Schweinitz l Man kann es nicht anders deuten: Das mehr als wunderschöne Wetter sowie eine Landesmeisterschaft im Skeet boykottierten das von den Berliner Stadtschwestern gesponserte Pokalschießen. Seit über einem Jahrzehnt ist die Familie Strutz vom Pflegedienst BHS Stadtschwestern Berlin Mitglied in der Schützengilde „St. Hubertus“ Schweinitz. Birgit Strutz, selbst leidenschaftliche Pistolenschützin, wollte vor ihrem Ableben Ende 2018 noch ein Pokalschießen in Schweinitz sponsern, wie ihr Mann Heiner bei der Siegerehrung sagte.

Um ihren Wunsch zu erfüllen, aber auch der Tatsache Sorge zu tragen, dass in Schweinitz mehr Trap geschossen wird, lobte die Familie in ihrem Andenken den kombinierten Pokalwettkampf Großkaliber-Pistole und Flinte Trap aus. In der Disziplin Trap kamen zwei Runden à 15 Schuss (je Treffer drei Punkte), in der Disziplin Kurzwaffe zwei Runden à 10 Schuss (Ringzahl = Punkte) in die Wertung, die in drei Wertungsklassen (WK) mit großzügigen Geldpreisen belohnt wurden. Maximal waren also 290 Punkte zu erreichen.

Und für den Sieger gab es natürlich den extravagant gestalteten Pokal: Ein weißer Pumps auf einer Holztafel mit Gewehren, Zielscheibe und Stadtschwestern-Logo.

Die Lichtverhältnisse waren optimal, der Wind hätte bei der großen Hitze ruhig etwas stärker wehen können, sagten die Schützen. Bei diesem kombinierten Wettkampf war die jeweils andere Disziplin, Großkaliber-Kurzwaffe bzw. Flinte, die Herausforderung für die Schützen.

Peter Müller und Thomas Wunderlich hatten überhaupt keine Probleme mit der Kurzwaffe, aber sie waren es nicht gewohnt, für mindestens 15 Schuss hintereinander die Flinte fest in die Schulter einzuziehen und an die Wange zu drücken. Blaue Flecken an den Schultern und gerötete Wangen waren die Folge. Dafür taten sich Heino Böhlen, Reinhard Runge und Nico Szuda bei der Kurzwaffe etwas schwer. Nicht, dass diese Waffen ihnen unbekannt waren, sondern eher, dass die Flinte ihre Lieblingswaffe war und sie damit mehr Erfahrung hatten. Einzig Steffen Sobolik, eigentliche Vorlieben Kurzwaffe und Kleinkaliber-Gewehr, hatte genügend Erfahrung mit der Flinte, um sich damit den zweiten Platz in WK 1 zu sichern.

Siegerehrung

Zu Beginn der Siegerehrung wurden zwei Schweinitzer Pistolenschützen Urkunden und Medaillen für führende Plätze bei Landesmeisterschaften am 12. Mai in Bitterfeld überreicht: Thomas Wunderlich erhielt insgesamt vier Auszeichnungen für vier Siege (25 m .357 Magnum, 25 m Pistole .45 ACP, 25 m Revolver .44 Magnum, 25 m Pistole 9 mm Luger), alle in der Altersklasse Herren III. Peter Müller durfte zwei Mannschafts-Auszeichnungen entgegen nehmen, die Wunderlich, Dr. Hans Preckwinkel und er gemeinsam erreicht hatten: Zweite Plätze 25 m Pistole 9 mm Luger und 25 m Pistole .45 ACP.

Nebenbei bemerkt: Schweinitzer Schützen konnten sich auch bei den Landesmeisterschaften im Skeet in Schönebeck, die parallel zum Stadtschwesternpokal stattfanden, platzieren: Fabian Walter belegte in der Klasse Herren I Platz zwei, Jörg Ballerstedt in Herren II den neunten Platz.

Bei der Siegerehrung beantwortete Heiner Strutz die Frage, was Mitarbeiter im Pflegedienst und Schützen verbindet. Beide brauchen viel Ausdauer, müssen dann aber auch auf den Punkt genau Leistung abliefern. Abschließend sicherte Familie Strutz zu, auch in den nächsten Jahren den Stadtschwestern-Pokal durchzuführen und Präsident Egbert Köhler versprach, einen besseren Termin zu finden.

Immerhin ist auch das nächste Pokalschießen am Samstag, 15. Juni, wieder ein Kurzwaffen-Pokal, nämlich der 2. Schweinitzer Großkaliber-Kurzwaffen-Cup. Am Sonntag, 16. Juni, findet dann wieder in der Disziplin Trap der Joker-Pokal statt, bei dem auch nicht so gute Schützen Glück haben können, wenn sie höherwertige Wurfscheiben treffen.

Ergebnisse – Wertungsklasse 1:

Peter Müller, SGi Schweinitz 243 Steffen Sobolik, SGi Schweinitz234 Thomas Wunderlich, SGi Schweinitz222

Wertungsklasse 2:

Heino Böhlen, SGi Schweinitz 201 Reinhard Runge, SGi Schweinitz 156 Nico Szuda, SGi Schweinitz 155