Zerbst l Etliche Titel, darunter internationale Meriten, konnten sie einfahren. Der wertvollste Erfolg war die Verteidigung des Bronzeplatzes beim Deutschlandpokal Latein. Einen guten Start in das neue Turnierjahr 2019 brachte die gemeinsame Landesmeisterschaft Latein der Senioren II und Senioren III, die im Februar in Zwickau stattfand. In beiden Klassen wurden Weylands Landesmeister.

Ebenfalls im Februar machte das Duo einen kleinen Ausflug nach Antwerpen. Dort tanzte es bereits in den Vorjahren. Im WDSF-Lateinturnier erreichten beide das Finale und freuten sich über einen fünften Platz von 19 Paaren.

Während Weylands den März für das Training reserviert hatten, erwarteten sie im April wichtige Höhepunkte. Der Deutschlandpokal über 10 Tänze in Norderstedt war der erste. In einem Feld von 19 Paaren erreichten sie erneut die Endrunde.

Zwei Wochen später, eine Woche vor Ostern, ging es nach Wien zum Vienna Dance Concourse ins Wiener Rathaus. Auch hier - in diesem beeindruckenden Ambiente - hatten sie bereits in den Vorjahren getanzt. Im letzten Jahr gab es jedoch dermaßen viele Anmeldungen, dass es für sie lange nicht feststand, welche Turniere sie auf Grund der entstehenden Überschneidungen in den Zeitplänen überhaupt tanzen können.

„Trotz erheblicher Anstrengungen der Veranstalter, den Turnierplan so zu optimieren, dass jeder alles tanzen kann, mussten wir uns letztendlich entscheiden und taten dies für ein Standard- und zwei Latein-Turniere“, so Thomas Weyland. Dass dies eine gute Entscheidung war, zeigten die Ergebnisse: Im Standard erreichten sie bei einem Feld von 115 Startern erstmals in Wien die 48er Runde und in den Lateinturnieren, die mit 45 bzw. 47 Startern auch international sehr gut besetzt waren, kamen sie jeweils in die Zwölferrunde. Einmal auf Platz zwölf (13 Paare in der Zwölferrunde) und einmal auf Platz acht.

Mit diesem achten Platz war das Zerbster Tanzpaar das zweitbeste deutsche Paar. Nur vier Kreuze trennten sie vom Ersten. „Das waren schöne Erfolge, wie wir finden. Da konnten wir uns dann auch ein Stück Sachertorte leisten“, scherzte das Ehepaar.

Bestes deutsches Paar

Diese Erfolge bei den Turnieren des Weltverbandes WDSF brachten Weylands in der 190 Paare umfassenden Weltrangliste des WDSF in ihrer Altersklasse in Latein einen neunten Platz ein, womit sie zu diesem Zeitpunkt das beste deutsche Paar waren.

„Das letzte Aprilturnier, aber unser absolut wichtigster Turnierhöhepunkt des ganzen Jahres überhaupt, brachte uns unseren für uns wertvollsten Erfolg. Wir verteidigten auf dem Deutschlandpokal Latein unseren dritten Platz aus dem Vorjahr. Treppchen, wie wir so sagen…“, freute sich das Tanzpaar, dass sich, beflügelt von diesem Erfolg, aber auch informiert über den aktuellen Verbesserungsbedarf, in den nächsten beiden Monaten auf das Training konzentrierte.

Mit Erfolg, wie sich im Juli in Wuppertal zeigte. Dort erreichten sie im international besetzten WDSF-Turnier die Endrunde. Das bedeutete, dass alle teilnehmenden Paare einzeln begrüßt und vorgestellt wurden und das Parkett über eine mit rotem Teppich ausgelegte Treppe betreten. „Ein schönes Gefühl!“, meinten Weylands.

Einen Monat später fand in Stuttgart die GOC statt – das Turnier schlechthin. „Erstmals gab es ein Lateinturnier in unserer Altersklasse Senioren III. Wir nahmen natürlich teil und erreichten in der Stuttgarter Reiterhalle auf Anhieb einen 15. Platz von 43 Paaren. Wenn man sieht, dass in der Endrunde zwei Weltmeister und ein Vizeweltmeister der letzten Jahre waren, können wir damit sehr zufrieden sein.“

Ein „wenig“ Standard tanzten die beiden aber auch noch und nahmen im September an den Landesmeisterschaften teil. Frei nach dem Motto: „Aller guten Dinge sind drei“, denn seit drei Jahren tanzen wir Standard-Landesmeisterschaften in der S-Klasse, seit drei Jahren sind wir immer in der Endrunde dieser Turniere, die gemeinsam von Paaren aus Sachsen und Sachsen-Anhalt getanzt werden und seit drei Jahren können wir den Landesmeistertitel für Sachsen-Anhalt mit nach Hause nehmen - so auch in diesem Jahr“, freuten sich die beiden Lostauer.

Zwei Wochen später fand in Friedrichshafen am Bodensee der Deutschlandpokal Standard statt. Hochmotiviert traten beide an und fuhren mit realistischen Erkenntnissen nach Hause. „Wir haben sehr gut getanzt und all unser Können auf die Fläche gebracht. Dennoch konnten wir an unseren Vorjahreserfolg nicht anknüpfen.“

Umsetzung

Dafür konnten sie im November endlich umsetzen, was in den Vorjahren nie realisierbar war. Sie tanzten in Noordhoek das Turnier „The Wooden Shoe“. Austragungsort ist eine Kirche, die Church H. Jozef at Noordhoek. „Ein Erlebnis! Wir tanzten das WDSF-Lateinturnier, belegten einen vierten Platz und hatten mit der Siegerehrung noch ein ganz besonderes Erlebnis, denn die aufgerufene Reihenfolge entsprach nicht so ganz den allgemeinen Erwartungen. Ein späterer Blick in die WDSF Ergebnisliste brachte eine mögliche Erklärung: Offensichtlich wurde zur Siegerehrung in der Reihenfolge der Startnummern aufgerufen, nicht nach den Platzierungen. Für uns änderte sich zwar nichts, aber so mancher dürfte sich gewundert oder gefreut haben. Ein Glück nur, dass der teilnehmende Weltmeister die kleinste Startnummer des Finales hatte“, berichteten sie.

Der Dezember brachte den Tänzern vom Zerbster Tanzclub noch ein kleines Abenteuer. Den 2. Advent 2019 verbrachten sie in Spanien, weil in Guadalajara bei Madrid die kurzfristig angesetzte Weltmeisterschaft Latein der Senioren III stattfand. „Wir waren zum zweiten Mal bei einer Latein-WM dabei und erlebten im beschaulichen Guadalajara eine hochklassige und gut organisierte Weltmeisterschaft.“

Fast drei Monate hatten sich beide intensiv darauf vorbereitet und konnten dann auch ihren vollen Leistungsumfang abrufen, gut gecoacht durch ihren Trainer Franz Axel Zänsdorf, der mit vor Ort war.

Das erhoffte Ergebnis konnten sie dennoch nicht erreichen. Mit einem 33. Platz von 70 gestarteten Paaren aus 16 Ländern blieben sie vom Vorjahresergebnis (24er Runde) doch weiter entfernt, als ihnen lieb war.

„Mit dieser Erfahrung waren wir aber nicht allein. Spätestens ab der 24er-Runde wurde derart hochwertiges Tanzen gezeigt, dass man schon genauer hinsehen musste, um zu erkennen, dass hier Senioren der Altersklasse III, also älter als 55 Jahre, aktiv sind – kein Vergleich zur WM im letzten Jahr in Bilbao. Und so beendeten auch alle deutschen Paare, die in Bilbao dabei waren, ihre diesjährige WM-Teilnahme eine Runde eher, als im letzten Jahr“, erklärten sie.

Am darauffolgenden Tag fand für die Senioren III noch ein „normales“ WDSF-Turnier statt. Hier erreichten Weylands das Semifinale und belegten als einziges deutsches Paar in diesem Turnier Platz zehn von 32 gestarteten Paaren.

„Dies war ein kleiner Trost“, sagten Ines und Thomas Weyland, die mit der WM-Teilnahme im Ort mit dem unaussprechlichen Namen Guadalajara ihr Turnierjahr 2019 beendeten und gespannt sind, was das Turnierjahr 2020 für sie bereit hält.