Zerbst l Anlass genug für eine riesen Sause. Am vergangenen Sonnabend war es dann soweit. Die Mitglieder des Vereins trafen sich mit zahlreichen Gratulanten aus Wirtschaft, Kultur, Sport und Politik sowie vielen Zerbstern, um dieses Jubiläum angemessen zu begehen. Vereinspräsident Dietmar Mücke würdigte in seiner Festrede die vielfältige Arbeit des Vereins im Laufe der vielen Jahre seines Bestehens und rief gleichzeitig die wechselvolle Geschichte des Jubelvereins ins Gedächtnis.

Ganz besondere Ehrung

So erinnerte Mücke beispielsweise an den Bau der Friesenhalle, deren Grundstein in Anwesenheit des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Walter Koppetsch am 1. November 1931 gelegt wurde. „Nach einer Rekordbauzeit von nur sieben Monaten wurde die Turnhalle am 30. Mai 1932 eingeweiht“, verwies der Vereinspräsident auf die Leistungen der einstigen Mitglieder. Mücke dankte allen Vereinsmitglieder für ihre engagierte Vereinsarbeit und allen Unterstützern für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

Nicht mit leeren Händen kam Helmut Hartmann, Präsident des Kreissportbundes. Hartmann überreichte neben einer Ehrenurkunde auch eine finanzielle Zuwendung in Höhe von 400 Euro für die Sportarbeit des Vereins. Eine ganz besondere Ehrung wurde Mücke zu teil. Hartmann verlieh dem Zerbster „Gut Heil“-Präsidenten die Ehrennadel des Landessportbundes (LSB) in Gold und würdigte damit Mückes über 20-jähriges Engagement im Turnverein.

Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) wies in seinem Grußwort auf die vielfältigen Eigenleistungen des Vereins hin. „Der Turnverein ‚Gut Heil‘ bewahrt eine besondere Tradition der Stadt“, sagte Dittmann. Die Stadt Zerbst werde den Verein auch weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen, sicherte der Rathauschef den Vereinsmitgliedern zu. „Ohne euch wäre die sportliche und kulturelle Entwicklung in unserer Stadt um einiges ärmer“, betonte der Bürgermeister.

Im Übrigen freue er sich schon auf den 11. November, der Tag, wo sich die Jecken den Rathausschlüssel holen, „eine Gelegenheit, wo ich mich für die Spitzzüngigkeit der Karnevalisten revanchieren kann“, sagte Dittmann mit einem Augenzwinkern.

Auch der Landrat Uwe Schulze und Dietmar Krause, Mitglied des Landtages in Sachsen-Anhalt (beide CDU), ließen es sich nicht nehmen, dem Zerbster Turnverein zu gratulieren. „Wir Deutschen haben mit manch einer Tradition so unsere Probleme. Deshalb finde ich es gut, dass der Name „Gut Heil“ erhalten blieb“, sagte der Landrat. Schließlich sei der Name ja Jahrzehnte vor der unsäglichen Nazizeit gewählt worden.

Nach dem offiziellen Teil der Geburtstagsfeier konnten sich dann auch die Partygäste sportlich betätigen. Die verschiedenen Sektionen des Turnvereins stellten sich auf dem weitläufigen Gelände mit ihren jeweiligen Sportarten vor. So konnte Volleyball oder Tennis gespielt oder die Treffgenauigkeit beim Basketball getestet werden. Desweiteren standen beispielsweise eine Kegelbahn und eine Minigolf-Anlage zur Verfügung. Einen besondere Gaudi bot der karnevalistische Dreikampf mit Handtaschen- und Gummistiefelweitwurf, bei dem sich die Karnevalsvereine mittlerweile bei richtigen Meisterschaften messen.

Für die jüngsten Partygäste lockte eine Hüpfburg zum Springen und Toben. Die Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Zerbst/Anhalt war angerückt, um den Besuchern ihre Technik zu präsentieren und mit den vielen kleinen „Grisu´s“ das Löschen von Feuer zu üben. Die Kids spritzten auf Türen, Fenster und den Schornstein eines eigens dafür gebauten Holzhauses. Aber auf Häuser spritzen kann jeder, das Zielen auf vorbeilaufende Geburtstagsgäste machte mindestens genau so viel Spaß.

Eine Geburtstagstorte reicht wohl nicht, dachten sich die Vereinsmitglieder und richteten gleich ein riesen Kuchenbuffet an. Eine große Auswahl an leckeren Torten und Blechkuchen machte es den Gästen schwer, die richtige Wahl zu treffen. Für kühle Getränke und köstliches vom Grill sorgte das Catering Team um Tom Hebäcker. Wann die nächste Geburtstagsparty ansteht, blieb am Ende offen. Ob es der 130. oder erst der 150. ist? Lassen wir uns überraschen.