Zerbst l Noch mit über 80 Jahren, versucht sie, jeden Tag im Wasser ihre Runden zu ziehen. Sie gibt Tipps und Tricks und verrät, warum Schwimmen so gesund hält.

Corona-Pause herausfordernd

„Im März wurden auf Grund von Corona alle Schwimmhallen gesperrt. Bereits nach vier Wochen bemerkte ich, dass mein Körper, der gewohnt war, wöchentlich neun km im Wasser trainiert zu werden, rebellierte. Vor allem die Venen begannen sich zu beschweren. Als eine Bekannte zu Kaltwaschungen riet, entschied ich mich Mitte April für die kalten natürlichen Gewässer im Umkreis von Zerbst. 10 bis 30 min konnte man dort gut schwimmen.“

Da auch sehr frühzeitig die Elbschwimmhalle in Magdeburg öffnete und das Zerbster Freibad zwei Wochen später folgte, konnte das normale Training unter idealen Bedingungen wieder starten. Denn durch einige Coronabeschränkungen war sowohl in Magdeburg als auch in Zerbst reichlich Platz zum ungestörten Bahnen ziehen.

Atmen gut für die Gesundheit

In der Zwischenzeit machte die Seniorin durch medizinische Sendungen im Fernsehen erstaunliche Entdeckungen. Ärzte erklärten, dass recht unterschiedliche Schmerzen durch Atemübungen geheilt oder zumindest verbessert werden können. „Dass die Atmung beim Sportschwimmen Herz und Lunge kräftigt, wusste ich. Jetzt bekam ich eine Erklärung dafür, dass ich in meinem Alter noch von Schmerzen verschont bin. Durch unseren Chorleiter lernte ich zudem, dass Ausatmen gegen Widerstand die Singstimme kräftigt. Über meine im Alter noch nicht brüchige Stimme hatte ich mich schon manchmal gewundert“, sagte sie und wunderte sich darüber, dass das mit durchschnittlich 20° „kalte“ Wasser im Zerbster Freibad ihren Venen „glänzend bekam“, allerdings musste ohne Pause durchgeschwommen werden. Durch die Hitze hat das Wasser inzwischen sehr angenehme 24°, kühlt aber ausreichend.

Viele Menschen haben in den letzten Jahren bereits das Schwimmen zur Verbesserung der Gesundheit entdeckt. Es beruhigt die Nerven und kann Verspannungen des Körpers lösen. „Will man allerdings wirklich gesundheitliche Erfolge erreichen, sollte man Kraulen und Rückenschwimmen korrekt erlernen. Das Kraulschwimmen beherrscht man erst dann, wenn man mühelos 400 m ohne Pause bewältigen kann. Es ist die schnellste und zugleich angenehmste Schwimmart, wenn man sie endlich erlernt hat“, so Lüdicke. Das Erlernen dauert ihrer Erfahrung nach bei Kindern und Erwachsenen im Durchschnitt drei Jahre, bei zweimaligem Üben in der Woche.

Auch beim Brustschwimmen sollte der Kopf die Verlängerung des Körpers bilden und es sollte ins Wasser ausgeatmet werden. „Schwimmt man kraftvoll Brust, werden die Kniegelenke allerdings leicht überbeansprucht.“ „Rückenschwimmen gilt als technisch besonders anspruchsvoll“. „Bei korrekter Streckung wird ebenfalls ins Wasser ausgeatmet. Um dies zu vermeiden, strecken viele Laienschwimmer sich nicht ausreichend. Übrigens lernt man das korrekte Ausatmen unter Wasser garantiert dann nicht, wenn man jeweils an den Beckenwänden Halt macht oder zu einem anderen Stil wechselt.“

Leider hat der Schwimmsport nach Meinung der Zerbsterin einen Nachteil. „Da wir nicht als Fische geboren sind, verlieren wir bei einigen Wochen Pause das Wassergefühl vollkommen. Damit geht meist auch die bereits erlernte korrekte Ausatmung verloren. Man muss völlig neu beginnen. Das ist übrigens auch so, wenn man nur im Sommer oder nur im Winter übt oder als ehemaliger Meister einige Jahre völlig das Wasser gemieden hat.“

Schwimmen hält fit

So riet Annemarie Lüdicke: „Wenn Sie, wie ich, das Wasser wirklich lieben und eine starke Anlage zu Krampfadern und Thrombosen haben, sollten Sie also unentwegt schwimmen und als schöne Beigabe eine kräftige Singstimme und ein schmerzloses Alter vor sich sehen. Übrigens schwimmen Wettkampfschwimmer heute 16 km am Tag, sind Sie noch jung sind also 10 km die Woche für die Gesundheit sicher angemessen.“

Jeder kann der rüstigen ehemaligen Lehrerin nacheifern. In Zerbst im schönen Freibad und auch in der Umgebung gibt es genügend Möglichkeiten, sich im Wasser zu tummeln.