Motorsport

Oschersleber Nowaczyk träumt vom Heimsieg

Lokalmatador Ingo Nowaczyk kehrt mit einer neuen Mannschaft zur German Speedweek in der Motorsport Arena Oschersleben zurück.

Oschersleben l Der Dauergast der German Speedweek tritt mit einer neuer Formation und unter neuem Namen an. Wenn das Freie Training zum vorletzten Lauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft in der Motorsport Arena Oschersleben gestartet wird, ist Lokalmatador Ingo Nowaczyk für ERC-BMW Motorrad Endurance aus Karlsruhe im Einsatz. Nowaczyk hat nämlich nach Jahren mit seiner eigenen Crew das Team gewechselt. Mehr oder weniger. Die neue Gemeinschaft ist in gewisser Hinsicht eine Fortführung seiner NRT64-Mannschaft.

Die aber gibt es nicht mehr. Und wenn man dem Oschersleber schon in den vergangenen Jahren genau zugehört hat, war es tatsächlich nur eine Frage der Zeit, wann er sich neu orientieren würde. „Ich hatte so viele Helfer und Unterstützer, aber ich konnte einfach nicht verlangen, dass sie ihren Urlaub opfern“, sagt er. Zudem: „Die finanziellen Mittel reichten eben nicht, um eine komplette WM-Saison zu fahren. Und irgendwann wollte ich das Risiko nicht mehr alleine tragen“, begründet der 47-Jährige.

Damit ist nach der vergangenen Saison eine Ära zu Ende gegangen. Seit 1999 ist Nowaczyk als Mechaniker bei der Speedweek dabei. Von 2002 an schickte er ein Team des TSV Völpke zehn Jahre lang und ausschließlich zum Lauf in Oschersleben an den Start. Danach kämpfte NRT64 um WM-Punkte in der Superstock-Klasse. Größte Erfolge: der dritte Platz beim 24-Stunden-Lauf in Bol d‘or (Frankreich) 2016, der dritte Platz in der Gesamtwertung in der Saison 2016/17.

Mit dem neuen Team, mit dem er schon 2018 zusammengearbeitet hat, soll etwas gelingen, was Nowaczyk noch nie geschafft hat: ein Sieg in der Arena. Diesmal in der Superbike-Wertung. „Ich habe allen gesagt: Diesmal gewinnen wir, das ist mein Zuhause“, sagt er und ergänzt: „Auch wenn die Konkurrenz natürlich hart ist.“ Und wenngleich die Vorzeichen nicht sonderlich gut stehen.

Drei Starts wurden in der diesjährigen WM absolviert. In Bol d‘or und Le Mans (beide Frankreich) sowie auf dem Slovakiaring. Und jedes Mal kam das vorzeitige Aus. „Wir hatten immer wieder Pech“, erklärt Nowaczyk. Mal stürzte einer der drei Piloten zu nächtlicher Stunde auf Öl, mal „kamen sie mit der Strecke nicht zurecht“, berichtet der Crew-Chef. Beim Acht-Stunden-Rennen in der Arena, das am Pfingstsonntag um 13 Uhr gestartet wird, sollen es die Fahrer Kenny Foray, Julien Da Costa und Mathieu Gines (alle Frankreich) auf der BMW 1000 RR also richten. Es wäre schon vor dem Finale in Suzuka (Japan) ein versönlicher Abschluss, denn an den Titel ist für ERC BMW nicht mehr zu denken.

Eines wird sich für Nowaczyk bei seiner Rückkehr mit dem neuen Team ganz sicher nicht ändern: die Boxennummer. In der Nummer 16 stellt sein Team das Equipment auf, werden die Getränke und Vitamine für die pausierenden Piloten gereicht. In der 16 will Nowaczyk aber nicht nur an diesem Sonntag jubeln. Sein Ziel: „Bis ich 50 bin, möchte ich Weltmeister sein.“

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