Magdeburg. Ein weiterer Turniersieg in Kolumbien, als Nummer 103 die beste Platzierung in der Doppel-Weltrangliste und kürzlich der Vereinswechsel zum renommierten Rochusclub Düsseldorf – der Magdeburger Tennisprofi Martin Emmrich hat derzeit allen Grund zur Freude.

"Ich war zwar bislang rund 35 Wochen unterwegs, aber es fängt an, sich auch finanziell zu lohnen", zieht Emmrich schon jetzt ein positives Fazit für das Jahr 2010, das mit weiteren Turnieren in Eschede, Bratislava und Helsinki sogar noch erfolgreicher werden könnte.

Zuletzt hatte der 25-Jährige zusammen mit seinem neuen Partner André Begemann (26/Blomberg) das mit 75 000 Dollar dotierte Sandplatz-ChallengerTurnier im kolumbianischen Cali gewonnen und sich damit auf Nummer 103 vorgearbeitet. "Wir sind seit unserem 12. Lebensjahr befreundet. Das macht eine Menge aus, weil man dem Partner eher Fehler verzeiht", sagt Emmrich über Begemann und ergänzt: "Außerdem bevorzugt auch An-dré das Serve- und Volleyspiel, was dazu führt, dass wir am Netz nur schwer zu überwinden sind."

Und der Magdeburger will noch viel mehr. "Wenn ich in Form und verletzungsfrei bleibe, traue ich mir zu, im Doppel unter die ersten 20 der Welt zu kommen", gibt er sich selbstbewusst. Und dann ist da ja auch noch sein Traum, eines Tages für Deutschland im Daviscup antreten zu dürfen: "Das ist noch ein weiter Weg, wäre aber natürlich das Allergrößte." So weit, dass Teamchef Patrik Kühnen bereits Kontakt zu ihm aufgenommen hat, ist es zwar noch nicht, aber Vater Thomas prophezeite erst kürzlich: "Er hat wirklich einen guten Lauf und kann es in zwei Jahren durchaus schaffen."

Apropos Vater: Es ist schon kurios, dass das Domizil der beiden nur 10 Kilometer voneinander entfernt liegt. Der Junior wohnt nach wie vor in Solingen, der Senior, der neuer Cheftrainer beim TC Stadtwald Hilden ist (Volksstimme berichtete), mittlerweile in Haan.

So kann Thomas Emmrich die Karriere seines Sohnes wieder genauer verfolgen und auch mal einen Abstecher zum Rochusclub Düsseldorf machen, Martins neuem Verein in der 1. Bundesliga. "Eine der besten Adressen in Deutschland. Ich habe gerade erst unterschrieben", berichtet Emmrich junior nicht ohne Stolz. Sein Ex-Verein, der TC Solingen, musste wegen fehlender Sponsorengelder von der 2. in die 4. Liga absteigen. Da kam das Angebot gerade recht, das ihn total überrascht hatte: "Das war schon ein Mega-Ereignis für mich. Aber die vielen Erfolge im Doppel sprechen sich halt rum."

Der stetige Aufwärtstrend ist in erster Linie das Ergebnis seiner hinzugewonnenen mentalen Stärke. "Von den Schlägen her hab’ ich schon immer mithalten können, nur im Kopf hat’s oft nicht gestimmt. Das ist im Einzel leider des Öfteren immer noch so", räumt Emmrich ein, der die Zusammenarbeit mit der Aschaffenburger Mentaltrainerin Brigitte Neumann fortsetzen will ("Manchmal telefonieren wir täglich miteinander") und so seinen ehrgeizigen Zielen vielleicht noch schneller näherkommt.