Achtelfinale erreicht, Startrekord geknackt: Unbeeindruckt vom Streit seiner Alpha-Tiere hat sich der FC Bayern München um den dreifachen Torschützen Mario Gomez nicht vom Durchmarsch in der Gruppenphase abbringen lassen. Der Nationalstürmer (12. Minute/24./71.) sorgte gestern Abend beim 4:0 (2:0) bei CFR Cluj nach dem Ärger der vergangenen Tage auch wieder für Freude bei Trainer Louis van Gaal und Präsident Uli Hoeneß.

Cluj (dpa). Erstmals in seiner Vereinsgeschichte startete der deutsche Rekordmeister mit vier Siegen in die Champions League und kann in drei Wochen mit einem Punkt beim AS Rom den Gruppensieg perfekt machen. Der eingewechselte Thomas Müller traf in der 90. Minute zum 4:0. Für Torhüter Jörg Butt war der Erfolg auch in der Höhe verdient: "Wir haben das Spiel kontrolliert, und nach 70 Minuten haben beim Gegner die Kräfte nachgelassen, das wussten wir."

Am 65. Geburtstag von Stürmer-Legende Gerd Müller ließ Gomez mit dem zweiten Dreierpack binnen zweieinhalb Wochen seinen Coach auf der Bank und den Präsidenten auf der Ehrentribüne jubeln. Doch auch einen Tag nach der verkündeten Versöhnung mit Hoeneß konnte sich van Gaal vor dem Anpfiff eine Spitze in Richtung des Präsidenten nicht verkneifen. Die öffentliche Kritik sei nicht spurlos an seiner Mannschaft vorbeigegangen, sagte der Niederländer. "Meine Spieler haben es auch gesehen und gehört und gelesen. Das beeinflusst vielleicht auch meine Autorität."

Auf dem Platz war davon jedoch nichts zu sehen. Hatten die Münchner vor zwei Wochen noch zwei Eigentore des Gegners zum kuriosen 3:2-Heimerfolg benötigt, zeigten sie im Rückspiel phasenweise feinen Kombinationsfußball. Hamit Altintop eroberte nach einem verunglückten Abschlag von Cluj-Keeper Eduard Stancioiu den Ball und bediente Bastian Schweinsteiger, der in den Rückraum passte. Den Schuss von Andreas Ottl konnte Stancioiu zunächst abwehren, doch Gomez knallte den Abpraller unter die Latte.

Dass van Gaal zunächst Müller schonte, machte sich auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nicht negativ bemerkbar. Erstmals in dieser Saison fehlte der Nationalspieler in der Startformation. "Er ist ein bisschen überfordert und hat Ruhe verdient", begründete der Niederländer den Verzicht auf den 21-Jährigen, der von Toni Kroos im linken Mittelfeld vertreten wurde.

Angeführt von Schweinsteiger, der das Bayern-Spiel von der Spielmacherposition aus lenkte, setzten die Bayern den Gegner weiter unter Druck. Eine maßgenaue Flanke von Altintop legte Schweinsteiger per Kopf überlegt auf Gomez, der keine Probleme hatte, den Ball zum 2:0 einzuschieben. Mit hoher Einsatzfreude bewies der zu Saisonbeginn unglückliche Angreifer, wie wertvoll er für die Bayern ist.

"Es ist eine hochkonzentrierte, erfreuliche Leistung. Es macht Spaß der Mannschaft zuzuschauen", bekannte Manager Christian Nerlinger in der Halbzeit. Einzig die Sperre für Bastian Schweinsteiger, der wegen seiner dritten gelben Karte beim AS Rom fehlen wird, trübte das Bayern-Glück ein wenig.