Paris (dpa). Der Frust nimmt zu: Mit hängenden Köpfen schlichen Deutschlands Florettfechter nach dem 38:45 gegen Japan von der Planche. Aus im WM-Viertelfinale von Paris, aus der Traum vom dritten Edelmetall: Für Olympiasieger Benjamin Kleibrink, Einzel-Weltmeister Peter Joppich, André Weßels und Sebastian Bachmann blieb am Ende trotz des überzeugenden 45:34 gegen Frankreich nur der ernüchternde fünfte Platz. Sportdirektor Manfred Kaspar reagierte ernüchtert: "Von diesem Ergebnis sind wir enttäuscht, weil die Medaille geplant war."

Bachmann machte seinem Ärger direkt nach der Pleite mit dem Genuss einer Zigarette Luft, Disziplin-Bundestrainer Ulrich Schreck versuchte sich in einer Eil-Analyse. Und die fiel erwartungsgemäß negativ aus: "Das war insgesamt eine schlechte Mannschaftsleistung. Wir müssen uns alles wieder erarbeiten." Der Koblenzer Joppich blickte sorgenvoll Richtung Olympia-Qualifikation: "Wir müssen uns zusammensetzen und etwas ändern."

Mangelndes Selbstvertrauen war der Knackpunkt: "Sie wollten es, aber das Zutrauen hat gefehlt", meinte Schreck. Joppich ging gegen die Japaner mit einem 4:5 aus seinem ersten Teilgefecht, Weßels, der Tauberbischofsheimer Kleibrink und der später für seinen Bonner Teamkollegen Weßels eingewechselte Bachmann musste die an vier gesetzten Asiaten, WM-Fünfter von 2009, Treffer um Treffer ziehen lassen. Joppich: "Wir waren motiviert, aber wir sind direkt diesem Rückstand hinterhergelaufen."

Jetzt müssen die Degendamen mit Olympiasiegerin Britta Heidemann und Europameisterin Imke Duplitzer am Freitag und ihre männlichen Waffenkollegen zum Abschluss am Samstag versuchen, die bislang dünne Edelmetall-Bilanz von einmal Gold und einmal Silber durch Joppich und Säbel-Ass Nicolas Limbach aufzupolieren. Vor 13 Monaten hatte es für die deutsche WM-Equipe in Antalya einmal Gold durch Limbach, einmal Silber und dreimal Bronze gegeben.

Dabei hatte der gestrige Tag erfreulich begonnen. Australiens Crew war beim 45:23 für die an fünf gesetzten Deutschen der ideale Aufbaugegner. Joppich wurde von Schreck nur im letzten der neun Teilgefechte eingesetzt, musste aber später beim 45:35 gegen Österreich das komplette Programm mit drei Gängen auf die Planche absolvieren.