Magdeburg l Maximilian Planer hat sich damit abgefunden, an diesem Donnerstag nicht im öffentlichen Interesse zu stehen. In Dortmund wird nämlich der Achter des Deutschen Ruderverbandes (DRV) vorgestellt. Und wenn eine Faszination die Medienwelt in den vergangenen Jahrzehnten bewegte, dann vor allem jene des Paradebootes, das vornehmlich gegen die Briten bei den alljährlichen Saisonhöhepunkten um Gold kämpft. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro wird das nicht anders sein.

Planer wird im August nicht im Achter, sondern im Vierer ohne Steuermann sitzen – voraussichtlich mit Felix Wimberger (Passau), Maximilian Korge (Berliner RC) und Johannes Weißenfeld (Herdecke), die alle gemeinsam bereits bei der Weltmeisterschaft 2015 Platz fünf belegten. „Damit erfüllt sich mein Olympia-Traum, darüber bin ich sehr glücklich“, erklärt Planer und ergänzt selbstbewusst: „Unser Ziel in Rio ist das Finale.“

Dass es für das ganz große Boot nicht reichen würde, vermutete der Bernburger bereits nach dem DRV-Ergometertest am ersten April-Wochenende. Dort hätte Planer, selbst Vizeweltmeister im Achter 2014, Maximilian Munski schlagen müssen. Beide gehören im Vergleich aller potenziellen Achter-Kandidaten zu den schwächeren Athleten bei dieser Prüfung. Aber Munski war mehr als eine Sekunde schneller über die 2000 Meter als Planer. Zwei Wochen später belegte der Lübecker mit Hannes Ocik (Rostock) im Zweier ohne Platz drei bei den deutschen Kleinbootmeisterschaften in Köln – und damit einen Platz vor Planer und Wimberger.

Braun hängt in der Luft

Wie genau nun die Rio-Besetzung im Vierer ohne aussehen wird, das steht nicht endgültig fest. Fest steht nur, dass Anton Braun (Berlin), Achter-Weltmeister 2015 und deutscher Kleinbootmeister mit Felix Drahotta (Rostock), nicht im Prestigeboot sitzt und derzeit in der Luft hängt – was überraschend ist. Bundestrainer Ralf Holtmeyer hat offenbar mehr nach seinem Bauchgefühl als nach Leistung entschieden, was in den sozialen Netzwerken bereits kritisch diskutiert wurde. Denn für Braun rückt Andreas Kuffner (Berlin), Olympiasieger von 2012, ins Team – als Neunter von Köln und trotz fehlender Vorleistung aus 2015 aufgrund eines Bandscheibenvorfalls.

Fest steht zudem die Besetzung des dritten Riemenbootes – der Zweier ohne. Clemens Ernsting, geborener Kuhnert, wie Planer aus der Schmiede des SCM und jetzt beim Berliner RC, wird mit Peter Kluge (Celle) ums Rio-Ticket bei der Olympia-Qualifikation in Luzern im Mai kämpfen.

Für Rio ist Planer qualifiziert, für Rio überlässt er nichts dem Zufall: Planer lässt sein Journalistik-Studium ein Jahr lang ruhen, er hat seine Ernährung umgestellt, wenngleich „ich nicht am Ende der Findungsphase bin“. Seit vergangenen Herbst verzichtet er auf Milchprodukte, er greift nur jeden zweiten Tag zum Fleischgericht. „Für die Regeneration ist es besser, wenn sich der Körper nicht auf die Verdauung konzentrieren muss“, so Planer.

Planers Konzentration liegt jetzt auf dem Vierer. „Wir sind aus unterschiedlichen Gründen seit Herbst nicht mehr gemeinsam gefahren und haben uns erst nach den Meisterschaften wieder gefunden“, sagt der 25-Jährige. Er, Wimberger, Korge und Weißenfeld bereiten sich auf den ersten Saisonhöhepunkt vor: die Europameisterschaft in Brandenburg (5. bis 8. Mai). Auch wenn es nach der kurzen Zeit schwer wird, erklärt Planer: „Wir wollen eine Medaille angreifen.“