Bruchlandung im Pokal, Höhenflug in der Bundesliga – der FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund starten unter gleichen Vorzeichen in das Bundesliga-Spitzenspiel.

Düsseldorf (dpa). Drei Tage nach dem ersten empfindlichen Rückschlag hoffen die famos in die Saison gestarteten Überraschungsteams auf eine Fortsetzung des Fußball-Märchens. "Die Köpfe müssen jetzt bis zum Spiel in Mainz am Sonntag schnell wieder nach oben", sagte BVB-Taktgeber Nuri Sahin voller Hoffnung auf eine Trotzreaktion des Verfolgers.

Sowohl den Mainzern als auch den Dortmundern fehlte bei ihren Pokal-Schlappen in Aachen und Offenbach die Leichtigkeit der vergangenen Wochen. FSV-Coach Thomas Tuchel befürchtet jedoch nicht, dass die verblüffende Erfolgsstory mit dem Pokal-Knockout zu Ende gehen könnte: "Ich erkenne keine Gründe, warum wir uns nicht wieder in die Stimmung und Verfassung für eine Topleistung bringen können." Um die Regeneration zu beschleunigen, gab er gestern gleich sieben Profis trainingsfrei.

Auch beim BVB ist das Pokal-Aus nach Einschätzung von Trainer Jürgen Klopp aus den Köpfen: "Man muss eine Niederlage richtig fühlen, um daraus eine Antwort für die nächsten Spiele zu gewinnen." Für den ehemaligen Mainzer Trainer ist die Rückkehr an den seit Wochen ausverkauften Bruchweg eine emotionale Angelegenheit: "Entscheidend wird sein, wer seinen taktischen Plan besser umsetzt."

Die wundersame Tabellenkonstellation mit Mainz (24 Punkte) und Dortmund (22) an der Spitze hat auch im Ausland großes Interesse geweckt. Das Spitzenspiel am Mainzer Bruchweg zwischen dem bisher besten Heim- gegen das beste Auswärtsteam wird in 185 Länder übertragen. Im Fall eines Sieges am Sonntag (15.30 Uhr) würde der BVB für einen Ligarekord sorgen: Nie zuvor startete ein Club mit fünf Siegen auf des Gegners Platz in die Saison.

Der bereits komfortable Vorsprung des FSV und des BVB auf die arrivierten Mannschaften aus Hamburg, Bremen und München dokumentiert den bisher ungewöhnlichen Saisonverlauf. Es passt ins Bild, dass sich auch im zweiten Spitzenspiel des zehnten Spieltages zwei Überraschungsteams gegenüberstehen. Mit einem Heimsieg über Hannover (16) will sich Tabellennachbar 1899 Hoffenheim (15) in den oberen Regionen festsetzen.

Von solchen Perspektiven können die Kölner (5) und Schalker (5) derzeit nur träumen. Beide Teams fristen ihr Dasein im Tabellenkeller. Schlusslicht Köln reagierte am Sonntag auf die Talfahrt und ersetzte Zvonimir Soldo durch Frank Schaefer. Der bisherige U-23-Coach des FC, der beim 3:0 im Pokal gegen 1860 München einen gelungenen Einstand feierte, gibt am Samstag im Duell mit dem Hamburger SV sein Bundesliga-Debüt als Cheftrainer. Doch ohne ein weiteres Erfolgserlebnis könnte dieses Kapitel schnell zu Ende gehen. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, nach denen die Kölner Vereinsführung weiterhin Ausschau nach einem prominenteren Kandidaten hält.

Nicht viel besser steht der Tabellen-16. Schalke 04 da. Immerhin blieb dem Team von Felix Magath im Pokal ein weiterer Rückschlag erspart. Doch das dürftige 1:0 beim Zweitligisten FSV Frankfurt taugte nur bedingt als Mutmacher für die Partie gegen Bayer Leverkusen.