Von Daniel Hübner

Magdeburg. Gennadij Chalepo ist in dieser Woche als neuer Chefcoach der HSG Wetzlar vorgestellt worden, und der 37-Jährige hat schon mal eine mögliche Veränderung angekündigt. Eigentlich agierte sein Team unter Ex-Coach Michael Roth (jetzt in Melsungen) bislang mit einer 6-0, Chalepo kann sich aber auch eine 5-1-Abwehr sehr gut vorstellen.

Das wäre kein Wunder: Die letzten SCM-Gegner haben diese Formation als ein Allheilmittel genutzt, um die Grün-Roten zu stürzen. Inzwischen "rechnen wir damit", sagt Magdeburgs Coach Frank Carstens, trainiert wird der Fall sowieso. Die Antwort, ob seine Bundesliga-Handballer jene Formation ebenso erfolgreich bekämpfen und bespielen können wie zuletzt gegen Ahlen-Hamm, gibt es morgen ab 17.30 Uhr (live Sport1) in Wetzlar.

Zuerst die Hiobsbotschaften: Jure Natek litt nach dem Ahlen-Spiel unter schweren muskulären Problemen. Gestern trainierte er erstmals wieder mit der Mannschaft. Steffen Coßbau erlitt, auch gegen Ahlen, einen Ermüdungsbruch im Fuß. Er fällt wohl vier Wochen aus. Für Coßbau kommt Niklas Kupfer von den Youngsters mit nach Wetzlar, sitzt aber aus Rücksicht auf den Kader der Zweiten zunächst hinter der Bank und wird nur in höchster Not eingesetzt. Kupfer wäre ob seiner 24 Jahre nämlich mit einem Einsatz in der Ersten sofort festgespielt. Als Ausfall bei der HSG wurde mehr oder weniger Kreisläufer Kari Kristjansson (Außenbandriss) angekündigt, aber Carstens geht davon aus, "dass er spielen wird". Und spielt er, gilt ihm höchste Aufmerksamkeit.

Kristjansson und Regisseur Timo Salzer (30 Tore) bilden bei Wetzlar die entscheidende Achse, weshalb Carstens eine kompakte Abwehr am Kreis fordert. Mit Philipp Müller und Lars Friedrich (je 41) kommen die gefährlichsten Werfer aus dem Rückraum. Carstens spricht vom "schwungvollen Angriffsspiel" der HSG, die ihre Gegenstöße vornehmlich mit der zweiten und dritten Welle zum Abschluss bringt.

Die eigene Abwehr hatte dem 39-Jährigen allerdings weniger Sorgen bereitet. Neun Tage lang hatte der SCM ausgewertet, wo zuletzt die Schwächen lagen und dagegen "sehr gut" antrainiert: Es ging um eine "bessere Wurfausbeute" und um "eine Steigerung des Tempospiels". Beides "gilt es, in Wetzlar zu zeigen".

Wichtig wird ebenso sein, dass Magdeburg nicht in diese hektischen Momente bis hin zur Verkrampfung verfällt, weshalb so viele technische Fehler zuletzt unterliefen. Carstens: "Uns erwartet ein sehr emotionales und leidenschaftliches Team, das gerade zu Hause seine Gegner beeindrucken will. Da müssen wir die Ruhe bewahren, geduldig unsere Chancen suchen und nutzen."