Magdeburg l Mit dem sechsten Renntag, der nahezu keine Wünsche offen ließ, schloss der Magdeburger Renn-Verein gestern die Saison 2018 ab. Das Hauptevent, das mit 37 000 Euro dotierte BBAG-Auktionsrennen, gewann „Balmain“ aus dem Stall „5-Stars“ (Berlin-Hoppegarten) mit Bauyrzhan Murzabayev im Sattel.

Neun Rennen vor mehr als 7500 Zuschauern im Herrenkrug, strahlender Sonnenschein bei Temperaturen bis 15 Grad, ein reibungsloser Ablauf, neuer Rekordumsatz und als „Zugabe“ der beliebte Kaltblutpreis sorgten bei den Machern für strahlende Gesichter. „Besser hätte es nicht laufen können“, bilanzierte Präsident Heinz Baltus.

Was den 65-Jährigen besonders freute: Es gab keinen einzigen Sturz. „Wäre es anders gekommen, hätten wir sofort wieder in der Kritik gestanden“, sagte der Club-Chef. Hintergrund: Zwar hatten die Verantwortlichen nach dem Wildschwein-,,Angriff“ die Bahn wieder auf Vordermann gebracht, doch in den sozialen Netzwerken war die Sache, so Baltus, richtig hochgekocht, dem Club Verantwortungslosigkeit vorgeworfen worden. Gestern kein Thema mehr. „Die Bahn wurde von den Reitern sogar ausdrücklich gelobt“, betonte Baltus.

Im Hauptrennen übernahm 15:10-Favorit „Balmain“ nach knapp der Hälfte der 2050-Meter-Distanz die Führung und gab sie nicht mehr ab. Am Ende wurde es eine Machtdemonstration. Es war im erst vierten Rennen der zweite Sieg des dreijährigen Hengstes, der zwischenzeitlich eine viermonatige Verletzungspause einlegen musste und kürzlich mit einem vierten Rang in Hoppegarten sein Comeback feierte. „Es sah von außen leicht aus und war in der Tat nicht schwierig. ,Balmain‘ ist ein tolles Pferd, aber auch Trainer Roland Dzubasz hat hier ganze Arbeit geleistet“, sagte hinterher Jockey Mur- zabayev, der aus Alma Ata (Kasachstan) stammt. Verdienter Lohn: 19 000 Euro Siegprämie.

Mitfavorit „Soul Unlimited“ von Trainer Andreas Wöhler blieb hinter den Erwartungen zurück, vielleicht auch deswegen, weil Reiter Eduardo Pedroza fehlte. Der gebürtige Panamese musste absagen, war nach einem Auslandsaufenthalt zu spät mit dem Flieger in Frankfurt gelandet.

Im Kampf um die Mitteldeutsche Galoppserie wurde bei den Trainern Frank Fuhrmann (Möser) von Uwe Stech (Berlin) noch abgefangen. Dafür hielt sich Fuhrmann bei den Besitzern mit seinem Stall „Blue Sky“ schadlos. Bester Jockey wurde Bayarsaikhan Ganbat.

Eine Riesengaudi war zum Abschluss wieder der zum fünften Mal ausgetragene Kaltblutpreis der mindestens 800 kg schweren Tiere.

Ferner gab es mit 176 567,64 Euro einen neuen Umsatzrekord. 80 202,04 Euro kamen von außen, immerhin 96 365,60 Euro von der Bahn, was vermutlich auch daran lag, dass bis zum ersten Renntag 2019 am 27. April reichlich Zeit vergeht.

Apropos Zahlen: Den Vogel schoss der Gewinn bei der Dreierwette des sechsten Rennens ab – hier gab es für den richtigen Einlauf 75 403 Euro!

 

Ergebnisse:

I: Filimon – Sequel – Bentele; Sieg 135; Platz 39-17-29; Zweierwette (ZW) 632; Dreierwette (DW) 6711

II: Thorpe Bay – Culdaff – Vatenko; Sieg 61; Platz 18-22-17; ZW 365; DW 1192

III: Sunnylea – Connected – Antares; Sieg 47; Platz 21-42-31; ZW 369; DW 12 232

IV: Macan – Mockingjay – Tarantella; Sieg 26; Platz 14-16-17; ZW 71; DW 287

V: Voodoo – Wasilios – Rateel; Sieg 116; Platz 43-19-35; ZW 1349; DW 11 050

VI: Koonari – Lepanosie – High Prince; Sieg 426; Platz 80-29-26; ZW 6746; DW 75 403

VII: Balmain – Saxonia – Golden Hannie; Sieg 15; Platz 11-24-16; ZW 185; DW 448

VIII: Scalero – Zafar – Irawadi; Sieg 82; Platz 20-15-28; ZW 157; DW 1026

IX: Auennebel – Akonit – Kimbarjano; Sieg 144; Platz 41-20-37; ZW 659; DW 9333

Kaltblutpreis: Erna – Dolly – Coco Cactutus