Magdeburg l Unverhofft kommt oft. Im Fall des SC Magdeburg aktuell mit Erik Schmidt. Eigentlich waren die Kaderplanungen der Grün-Roten abgeschlossen. Doch weil die Füchse den Vertrag mit dem Europameister von 2016 vorzeitig aufgelöst haben, griffen die Magdeburger zu. „Ich bin sehr froh, dass sich diese Option kurzfristig ergab. Wir werden dadurch auch in der Breite qualitativ stabiler“, begründet SCM-Trainer Bennet Wiegert den überraschenden Transfer.

SCM bald mit drei Kreisläufern

Für den Kreis hatte der SCM mit Moritz Preuss aus Gummersbach schon einen Neuzugang auf dem Zettel stehen. Jetzt teilen sich sogar drei Spieler diese zentrale Position. Wiegert: „Drei Kreisläufer zu haben, ist für mich neu. Aber es ist auch eine Position, wo man nicht improvisieren kann. Ein Spieler aus der Halbposition im Rückraum kann zentral spielen. Aber am Kreis muss man auch den entsprechenden Körper haben. Da kann ich keinen Außen hinstellen.“

Während bei Ignacio „Nacho“ Jimenez der Vertrag am Saisonende ausläuft, dürfte Zeljko Musa immer noch gesetzt sein. Aber die eine oder andere Pause tut dem 33-Jährigen gewiss gut. Wiegert: „Wir können Zeljko  nicht kaputtmachen. Durch Erik Schmidt erhoffen wir uns speziell in der Abwehr eine Entlastung“. Mit seinen 2,04 Meter bringt Schmidt gerade für den Innenblock ein absolutes Gardemaß mit. 

SCM-Trainer Wiegert glaubt an Schmidt

Weil der gebürtige Mainzer  seit 2014 in der Bundesliga spielt, wird er kaum Anpassungsprobleme in Magdeburg haben. Durch die EHF-Cup-Spiele mit den Füchsen und seinen bisher 38 Länderspielen, in denen er 40 Tore erzielte, bringt er auch wichtige internationale Erfahrung mit. Wiegert: „Er hat mich in unseren Gesprächen auch charakterlich voll überzeugt. Ich bin sicher, dass er gut in unsere Truppe passt.“

Füchse orientieren sich taktisch neu

Nur warum lassen die Füchse so einen Spieler eigentlich ziehen? Füchse-Manager Bob Hanning: „Er hat taktisch nicht mehr so richtig in unser System gepasst. Da sind wir mit Jakov Gojun und Mijajlo Marsenic anders ausgerichtet. Und er hat nach seinem Wechsel aus Hannover zu uns leistungsmäßig nicht den Schritt gemacht, den wir uns erhofft hatten. Ein neuer Verein tut ihm da vielleicht ganz gut.“

Nur ein Jahr Vertrag

Ob das so ist, wird natürlich erst die neue Saison zeigen. Aber Schmidt muss in der Getec-Arena ja nicht das Handballspielen erlernen. Vor drei Jahren war er fester Bestandteil des Europameisterteams und hat in der Bundesliga seit 2014 bisher 149 Spiele absolviert und dabei 271  Tore geworfen. Schmidt will es auch unbedingt wissen. „Ich freue mich sehr, dass der Wechsel geklappt hat und ich für diesen traditionsreichen Verein und die handballbegeisterte Stadt Magdeburg spielen darf“, so Schmidt, der dafür sogar das Risiko eines Einjahresvertrages eingeht. Wiegert: „Das heißt nicht, dass es dabei bleibt. Aber wir wollen erst einmal sehen, was wir voneinander haben.“