Magdeburg l Wer das 40. Tor einnetzt, der bringt zum nächsten Training einen Kasten Bier mit. So heißt eine alte SCM-Tradition. Was ansonsten eher in Trainingsspielen gelingt, hat am Donnerstagabend jetzt auch in der Liga geklappt. Mit 40:31 gegen GWD Minden landete der SC Magdeburg den siebten Sieg in Folge. Für den Verein heißt das: neuer Startrekord. Für Carlos Molina heißt das: erst einmal Bier kaufen.

Dass die erste Hälfte vor 5417 Zuschauern in der Getec-Arena recht zäh und ganz gegenläufig zu zuvor gezeigten SCM-Spielen war, lässt das Ergebnis nicht vermuten. „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, hatten anfangs große Probleme“, sagte Trainer Bennet Wiegert, „insbesondere mit 31 Gegentoren bin ich nicht zufrieden.“

Es war der höchste Wert, den der SCM in der laufenden Saison hinnehmen musste. Das ärgerte auch Torhüter Jannick Green. „Die Leistung in der Abwehr war nicht gut. Auch meine eigene nicht“, zeigte sich der Däne selbstkritisch.

SCM glänzt mit Startrekord

Magdeburg (md) l 5417 Zuschauer konnten zusehen, wie der SCM seinen nächsten Sieg in Magdeburg einfuhr.

  • Mads Christiansen wurde schon in der frühen Phase im Angriff gebracht. Foto: Eroll Popova

    Mads Christiansen wurde schon in der frühen Phase im Angriff gebracht. Foto: Eroll Popova

  • "Wir haben das beste Tempospiel in der Bundesliga“, kommentierte Kapitän O’Sul...

  • Matthias Musche mit Zeljko Musa. Durch Musa gelang dem SCM in der neunten Minute die erste Führung. Foto: Eroll Popova

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  • Der SCM stellte einen vereinsinternen Startrekord in der Handball-Bundesliga auf. Foto: Eroll Popova

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  • Die SCM-Spieler Marko Bezjak und Jannick Green sorgten für ein spannendes Spiel gegen Minden. Foto: Eroll Popova

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  • Von Minden kam nach dem Wechsel in der Offensive so gut wie nichts mehr. Foto: Eroll Popova

    Von Minden kam nach dem Wechsel in der Offensive so gut wie nichts mehr. Foto: Eroll Popova

  • Nach der Pause blieb der SC Magdeburg nicht einmal fehlerfrei, aber der Qualitätsunterschied gegen GWD Minden war einfach zu groß. Foto: Eroll Popova

    Nach der Pause blieb der SC Magdeburg nicht einmal fehlerfrei, aber der Qualitätsunterschied...

  • Jubel über den Sieg bei den Spielern Piotr Chrapkowski, Matthias Musche und Jannick Green: Die nächste Magdeburger Aufgabe ist dann am 29. September die Auswärtspartie bei den Füchsen Berlin.Foto: Eroll Popova

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Minden schaffte es nämlich, die ersten 20 Minuten lang das Tempospiel des SCM auszubremsen, zwang die Grün-Roten zu Positionsangriffen. Auch, weil die Gäste unter dem ehemaligen SCM-Trainer Frank Carstens ein konsequentes Rückzugsverhalten zeigten und in der Deckung aggressiv heraustraten. „Wir haben uns was ausgerechnet. So unverschämt waren wir“, sagte Carstens nach Abpfiff. Allerdings: „Das konnte man nur in der ersten Halbzeit sehen. Wir haben 21 Tempotore vom SCM bekommen – das ist schon ganz schön gut und ganz schön schlecht für uns“, bilanzierte Carstens.

Musche wieder bester Werfer

Dennoch: Trotz Stotterstart mit technischen Fehlern und ungewohnt vielen Fehlpässen – auch von Spielmacher Marko Bezjak – konnte sich der SCM langsam über ein 5:4 (10. Minute), 9:6 (16.) und 12:8 (20.) absetzen. Matthias Musche, der in der 25. Minute vom Siebenmeterpunkt per Nachwurf zum 15:12 verwandelte, sendete ein erstes Wachsignal. Auch für sich persönlich: Gleich mit zwei Treffern legte der Rechtsaußen nach und erhöhte so zum 17:12. Am Ende war der 26-Jährige mit zehn Toren erneut bester Werfer.

Mit einem Fünf-Tore-Polster (19:14) ging der SCM in die Halbzeit. Und kam wie verwandelt auf die Platte zurück. Der SCM zeigte Tempohandball vom Feinsten, zog beim 26:16 erstmals auf zehn Tore davon.

Nach 40 Minuten entschieden

Obwohl sich in der Magdeburger Abwehr für die Gäste aus Minden oft große Lücken auftaten, war die Partie nach 40 Minuten durch. Und dass die Gastgeber auch im Angriff nicht immer die allergrößte Effektivität hatten, war laut Bezjak auch dem Risiko geschuldet: „Wenn du mit zehn Toren führst, willst du auch mal Spaß haben. Dann spielst du auch mal den riskanteren Pass.“

Mit diesem Sieg stellte der SCM einen neuen Vereinsrekord auf mit 14:0 Punkten. Bislang gelang den Grün-Roten in der Saison 2003/04 mit 12:0 Zählern der erfolgreichste Start. Aber: „Der Vereinsrekord zählt gar nichts. Abgerechnet wird am Saisonende. Danach fragt später keiner mehr“, stellte Wiegert klar, dass man sich auf den Zahlen allein nicht ausruhen darf.