Magdeburg l Um 21 Uhr werden die Scheinwerfer auf Martin Wierig gerichtet, 10.000 Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena konzentrieren sich fortan auf den 2,02 Meter großen Diskus-Hünen. Und er wird alles dafür tun, dass sie nicht ins Raunen, sondern ins Schwärmen, gar ins Jubeln geraten. Denn auch Martin Wierig will beim Istaf Indoor am Freitag in Berlin Spaß haben.

Der 31-Jährige vom SC Magdeburg ist bei der sechsten Auflage zum sechsten Mal dabei. Er hat die Premiere 2014 mit persönlichem Hallenrekord (64,82 Meter) gewonnen, auch 2015 hat er die Veranstaltung gerockt in einer Arena, in der sonst Herbert Grönemeyer, Florence + The Machine oder Mumford & Suns Wände, Boden und Menschen beben lassen. „Dieses Event muss man genießen. Es hat ein Alleinstellungsmerkmal, wenn wir Diskuswerfer hintenraus die Plattform für uns alleine haben“, sagt Wierig.

Erster und letzter Hallenstart 2019

Es wird sein erster und auch sein letzter Hallenstart in diesem Winter sein. Eigentlich wollte Wierig sich für den Winterwurf-Europacup empfehlen. Immer mit der Maßgabe, er bräuchte viele Punkte aus den besten fünf Wettbewerben einer Saison für eine Rangliste des Weltverbandes, über die er sich für die Weltmeisterschaft in Doha (Katar/28. September bis 6. Oktober) qualifizieren muss. Doch dieses System wurde zurückgestellt bis zum Olympiajahr 2020. In dieser Saison greifen noch einmal die Richtlinien des nationalen Verbandes DLV: Norm 65,00 Meter, Platz eins bis drei bei deutscher Meisterschaft im August in Berlin, WM-Start gesichert. „Das ist mein Ziel“, betont Wierig, „und ich habe keine Lust auf Diskussionen.“

Vor und während des Sports musste Wierig allerdings zunächst auf Sponsorensuche gehen, nachdem er nach verpasster Europameisterschaft im vergangenen Jahr einige Partner verloren hatte. „Das war eine intensive Zeit für mich“, berichtet er. „Aber ich habe viele interessante Menschen getroffen. Und ich bin jetzt gut aufgestellt und freue mich, dass ich sie für einen gemeinsamen Weg mit mir zu den Sommerspielen nach Tokio begeistern konnte. Denn das gibt mir auch Sicherheit für den Kopf.“

Ticketkampf beginnt am 24. Mai

Partner gewonnen, von gesundheitlichen Rückschlägen verschont geblieben: So lassen sich seine ersten vier Monate der Saisonvorbereitung zusammenfassen. „Auch meine Baustellen Rücken und Knie haben mich weniger beschäftigt, wenngleich ich weiter ein Auge darauf habe“, erklärt Wierig.

Die Kraftwerte im Vergleich zu 2018 sind ebenfalls gestiegen. „Das ist eine gute Basis, um im Sommer weit werfen zu können.“ Weiter als 65,00 Meter. Weiter als Christoph Harting, Daniel Jasinski, Teamgefährte David Wrobel oder Henning Prüfer. Das sind seine Hauptkonkurrenten auf dem Weg zur WM. Wierig steigt mit dem Solecup in Schönebeck am 24. Mai in den Ticketkampf ein.

Aber erst kommt das Istaf Indoor, die große Bühne unterm Hallendach. Und die Lust, ohne Druck um die größte Weite mit der Zwei-Kilo-Scheibe zu kämpfen. „Es ist eine schöne Abwechslung zum Trainings-alltag und ein schöner Zwischenschritt“, so Wierig, „allerdings ohne Aussagekraft.“