Magdeburg l Ein Prosit auf den Jubilar! Wenn Box-Promoter Ulf Steinforth am heutigen Freitag seinen 50. Geburtstag mit der Familie, Freunden, Geschäftspartnern und Prominenten aus Sport, Wirtschaft und Politik feiert und das Glas erhebt, dann hat das Ganze schon etwas Besonderes. Wenn nicht sogar Einmaliges. Denn, wer darf schon von sich behaupten, dass er sich als „kleiner, popeliger Promoter aus der Provinz“, wie er sich einmal selbst auf die Schippe nahm, erfolgreich nach ganz oben geboxt hat – und darauf auch noch mit seinem eigenen Bier anstoßen kann?

Der „Magdeburger Jung“, wie er im Buche steht, kann das. Und er kann es zu Recht und mit Stolz. Denn wenn Ulf Steinforth etwas anpackt, dann richtig. Er ist Unternehmer mit Leib und Seele. Stillstand ist für ihn Rückschritt. Und so wurde aus seiner Leidenschaft fürs Boxen und Bier über kurz oder lang Berufung und Beruf.

Mit eigener Hände Arbeit hat der Vater von drei Kindern – Désirée (26), Justin (22) und Amon (15) – drei florierende Geschäfte aufgebaut: Erst mühsam, dann redlich ernährte sich das Eichhörnchen kurz nach der Wende durch das Aufstellen von Verkaufs-, Kondom- und Spiel-Automaten (Galaxis). Mit dem im Jahr 2000 gegründeten Profiboxstall SES macht der Promoter bei über 100 eigenen Veranstaltungen bis dato Millionen Umsätze. Und mit dem erst kürzlich eingeweihten „Sudenburger Brauhaus“ ist Steinforth auf dem besten Weg dahin.

Steinforth ist der Macher

Als waschechter Magdeburger („Ich fühle mich hier sauwohl und will meiner Stadt etwas zurückgeben.“) ist er traditionsbewusst und heimatverbunden. Und Steinforth ist das, was man gemeinhin als „Macher“ bezeichnet. „Mein Talent lag schon immer in der Organisation. Und ich brauche immer etwas zu tun“, erklärt er seinen Unternehmergeist. Der kommt nicht von ungefähr: In eher ärmlichen Verhältnissen in Magdeburg-Sudenburg aufgewachsen und mit zwei Brüdern von seiner Mutter Edith alleine großgezogen, lernte er von kleinauf: „Sich regen, bringt Segen.“ Und: „Selbst ist der Mann, oder eben die Frau.“

Die vorgelebten Tugenden kamen dem Sprößling einer sportverrückten Familie („Als aktiver Ringer war ich nur mittelmäßig erfolgreich“) besonders im Haifischbecken Profiboxsport zugute. Steinforth, der als Präsident des Amateur-Boxclubs Magdeburg zweimal deutscher Meister wurde, begann klein. Und er setzte vornehmlich auf die Region. Sowohl bei der Suche nach Berufsboxern, als auch bei der nach Sponsoren, TV-Sendern oder Veranstaltungsorten für seine Box-Galas. Nicht bei allen, aber bei vielen bewies der Promoter ein goldenes Händchen. „Manchmal war ich vielleicht zu blauäugig und gutgläubig“. Und ich habe auch ein paar Fehler gemacht, aber auch das gehört im Box-Geschäft dazu“, gesteht der Fünfziger, der in Siegen und trotz über 50 Titeln nie großkotzig wurde und Niederlagen stets sportlich nahm, freimütig.

Von seinen „Angestellten“ wie Zugpferd und Ziehsohn Robert Stieglitz wird der SES-Chef als „sehr bodenständig, ehrlich, väterlich und gutmütig“ beschrieben. Das wichtigste für den Ex-Weltmeister, der durch Steinforth zum Millionär wurde und dessen Ringschlachten mit Arthur Abraham legendär sind: „Auf Ulfs Wort konnte ich mich immer verlassen.“

Dass hinter jedem erfolgreichen Mann auch eine starke Frau steht, kann und will Ulf Steinforth nicht leugnen. Auf seine Peggy, mit der er seit 2003 verheiratet ist, lässt er nichts kommen. Und sie nicht auf ihn: „Für mich ist Ulf der beste Ehemann und Vater auf der ganzen Welt.“ Wehe aber, die bessere Hälfte habe mal Urlaub. „Dann kommt meistens nach kurzer Zeit: Du, Schatz, ich hab da ’ne Idee ...“, verrät die Unternehmerfrau. „Dann gehen bei mir alle Alarmglocken an.“