Kanu

SC Magdeburg: Kajak-Damen verpassen Olympia in Tokio

Bei der zweiten Rangliste in Duisburg sind die Kajak-Damen des SC Magdeburg ins Olympia-Aus gepaddelt.

Von Daniel Hübner
Die Kajak-Damen des SC Magdeburg müssen zu Hause bleiben. Sie schafften die Olympianorm nicht. Symbolfoto: Imago

Duisburg/Magdeburg. So glücklich wie Felix Gebhardt hat nicht jeder Kanute des SCM am Sonnabend nach der zweiten nationalen Olympia-Qualifikation geklungen. Dabei waren die Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) für den 24-Jährigen nach der ersten Rangliste zwei Wochen zuvor gar kein Thema mehr. Aber für die Weltmeisterschaft „ist ,Geppi’ um sein Leben gefahren“, freute sich Trainer Detlef Hummelt über den Einsatz seines Schützlings in Duisburg.

Der frisch gebackene Vater Gebhardt ist auf einen siebten Platz im Canadier über 1000 und auf Rang fünf über die halbe Distanz gefahren. Er hat damit sein Ticket für die WM im September in Kopenhagen gelöst, das bestätigte der Trainerrat des Deutschen Kanuverbandes (DKB) auf seiner gestrigen Sitzung. „Ich bin der drittbeste Rechtsfahrer geworden“, freute sich Gebhardt über den Ranglisten-Endstand. Zudem darf er beim zweiten Weltcup im Mai in Barnaul (Russland) in einer nichtolympischen Disziplin an den Start gehen.

Wie er für die WM ist auch Michael Müller für Szeged gesetzt – und zwar für den Zweier-Ausscheid beim Weltcup in Ungarn (14. bis 16. Mai), wenn er gemeinsam mit Conrad Scheibner gegen das Duo Sebastian Brendel/Tim Hecker um den Start in Japan kämpft. Im Einer überzeugte Müller mit Rang vier über 1000 und Platz drei über 500 Meter. „Eigentlich bin ich zufrieden mit meiner Leistung, nur das verpasste Podest über 1000 Meter hat mich geärgert“, so der 28-Jährige, der in jenem Rennen mit 0,597 Sekunden hinter dem Dritten Brendel das Ziel erreichte.

Gewonnen hatte Scheibner, Müllers Zweier-Partner. Und zum C2 erklärte der Magdeburger: „Das Boot läuft gut, aber bis Szeged müssen wir noch schneller werden.“

Analyse nach Denkpause

Aus der Leistungsklasse der Grün-Roten waren das nun die beiden freundlichen Gesichter – sieht man mal von Josefine Landt und Moritz Florstedt, die beide im Kajak in die Spitze der U 23 vorfuhren und sich ihre Ziele für die WM dieser Altersklasse in Montemor (Portugal) schon mal ausmalen dürfen. Die drei Kajak-Damen, die sich Chancen auf einen Start in Tokio ausgerechnet hatten, mussten derweil enttäuscht die Heimreise antreten.

Besonders niedergeschlagen klang Jasmin Fritz, die zwischen den beiden Ranglisten ihren 25. Geburtstag gefeiert hatte. Aber ihr größter Wunsch erfüllte sich nicht. Platz sieben im K1 über 500 konnte nicht mehr retten, was bei der ersten Rangliste mit zwei verpassten A-Finals schiefgelaufen war. Damit fuhr sie einem vom DKV geforderten Top-Sechs-Platz weit hinterher. „Ich bin sehr unglücklich mit meinem Ergebnis“, erklärte Fritz. „Ich brauche ein paar Tage für mich, um dann zu analysieren, woran es lag und wie man das ausbaden kann.“

Hergert bleibt die U-23-WM

Diese Zeit wird auch Nina Krankemann benötigen, die 25-Jährige verpasste ebenfalls ein A-Finale in Duisburg und fuhr ebenfalls an der Top-Sechs vorbei. „Für mich war es ein durchwachsenes Wochenende, das B-Finale über 500 Meter zu gewinnen, war noch das Beste, was ich machen konnte“, sagte Krankemann. Letztlich hat das Beste sowohl für sie und Fritz als auch für Julia Hergert nicht für Olympia gereicht.

Hergert hat indes als Achte die Rangliste beendet. Und sie hatte zumindest die Aussicht, die europäische Olympia-Qualifikation im K2 über 500 Meter in Szeged (12./13. Mai) zu fahren – gemeinsam mit Melanie Gebhardt. Doch der Sieg im Sichtungslauf am vergangenen Donnerstag reichte nicht, um die DKV-Verantwortlichen zu überzeugen. Die Leistung sei – trotz starken Gegenwinds – nicht gut genug gewesen, um einen Erfolg in Szeged zu prognostizieren, berichtete Björn Bach, der Magdeburger Bundesstützpunktleiter. Der Trainerrat nahm deshalb eine Umbesetzung im Zweier vor: Gebhardt bleibt, Sarah Brüßler steigt dazu.

Im Einer erreichte Hergert als bestes Ergebnis den neunten Platz über 200 Meter. „Zufrieden bin ich nicht. Ich bin nie so richtig in Fahrt gekommen“, erklärte die 22-Jährige. Diese Chance hat sie nun bei der U-23-WM, für die sie neben Landt und Florstedt nominiert wurde.