Boxen

SES-Junioren wollen Klarheit

Die beiden Halbschwergewichtler Tom Dzemski und Michael Eifert wollen Samstagabend (ab 22.35 Uhr im MDR) auf der Magdeburger Seebühne zeigen, wer der Top-Junior dieser Gewichtsklasse im SES-Boxstall ist.

Von René Miller
Tom Dzemski und Michael Eifert (r.) wollen im zweiten Duell einen klaren Sieger.
Tom Dzemski und Michael Eifert (r.) wollen im zweiten Duell einen klaren Sieger. Foto: Gercke

Magdeburg - Fester Blick, Faust geballt, freier Oberkörper und einen Gürtel auf der Schulter – so präsentierten sich Tom Dzemski und Michael Eifert gestern beim Wiegen. Dass Dzemski mit 79,2 Kilogramm 300 Gramm mehr auf die Waage brachte, hat für das Duell heute Abend auf der Seebühne keine Bedeutung. Für ordentlich Brisanz sorgt aber das Urteil nach dem ersten Kampf im vergangenen August. Da werteten die Kampfrichter das Duell um die IBF-Krone 77:76, 77:76 und 76:76 zugunsten von Dzemski.

Shitstorm im Internet

Im Boxen sind Schläge unter der Gürtellinie nicht erlaubt. Dass diese Fairness in den sozialen Netzwerken leider viel zu oft nicht gilt, musste Dzemski nach dem Urteil im Vorjahr bitter erfahren. Weil es so knapp war, erlebte der SES-Kämpfer einen Facebook- und Instagram-Shitstorm. Dzemski: „Da wurde von Betrug und von Schiebung geschrieben. Das hat mich mächtig geärgert und getroffen. Viele Leute wissen gar nicht, was sie damit bewirken. Wer mental nicht stabil genug ist, kann daran auch kaputtgehen.“

Dzemski voll fokussiert

Deshalb sollen am Samstag auf der Seebühne (ab 22.35 Uhr im MDR) im Rückkampf klare Verhältnisse her. „Ich habe ein Jahr lang auf diese Chance gewartet und will den Kritikern die richtige Antwort geben. Aber im Ring und nicht schon vorher verbal“, sagt der 24-Jährige, der auch auf die große Erfahrung seines Trainers und Vaters Dirk bauen kann. „Er ist fokussierter geworden und hat auch körperlich zugelegt. Und von den Einträgen im Internet darf er sich nicht irritieren lassen. Das wird ihn die ganze Karriere lang begleiten“, sagt der 49-Jährige.

Kinoabend vor den Kämpfen

Während sich die beiden SES-Kämpfer zum zweiten Mal gegenüberstehen, läuft in den Kinos schon die neunte Auflage von „Fast & Furious“. Und weil bei Dzemski traditionell vor den Kämpfen ein Kinoabend angesagt ist, schaute er sich gestern mit seinen Schützlingen genau diesen Streifen an. Irgendwie kann das auch das Motto für den Kampf sein. „Fast & Furious“ bedeutet ja so etwas wie „Schnell und Wild“.

Duell um die Gürtel der IBF und WBC

Bei Promoter Ulf Steinforth schlagen bei stallinternen Duellen immer zwei Herzen in der Brust. „Ich denke, dass ein Unentschieden im ersten Duell gerechter gewesen wäre und so manche Diskussion verhindert hätte. Dass beide nicht im selben Gym trainieren, ist deshalb ganz gut. Für Tom spricht das technische Vermögen, während Michael athletisch ein bisschen die Nase vorn hat. Das wird richtig spannend“, sagt Steinforth und zeigt nach dem Wiegen auf die Sixpacks an Eiferts Oberkörper. Der 23-Jährige ist in Bautzen geboren, lebt in Kaufbeuren und wird dort von Ali Celik trainiert. Und auch die beiden wollen beim Duell um die Gürtel der IBF und WBC keine neue Diskussion.

Eifert: „Ich habe mir den Kampf oft genug angeschaut und bin immer noch der Meinung, dass ich gewonnen habe. Aber jetzt können wir das ja klären. Ich habe dafür fleißig gearbeitet.“ Auch sein Trainer ist optimistisch. „Michael hat die Enttäuschung nach der knappen Niederlage in Power umgesetzt“, sagt Celik.