Handball

Für Hornke vom SCM zählt jetzt nur Coburg

Nach dem starken Europapokal-Auftritt wartet auf die SCM-Handballer und Tim Hornke wieder der Bundesliga-Alltag. Schlusslicht Coburg kommt.

Magdeburg l Noch einmal punkten, dann gibt es durch die Olympia-Quali-Turniere endlich wieder eine Pause. Und darauf freuen sich die Handballer des SC Magdeburg nach wirklich anstrengenden Wochen ganz besonders. Seit der WM mussten die Grün-Roten acht Spiele absolvieren, zuletzt sogar fünf innerhalb von zehn Tagen. Da tat es schon mal ganz gut, dass nach dem letzten Gruppenspiel in der European Handball League am Dienstag in Moskau das nächste Bundesligamatch erst am Sonntag in der Getec-Arena (16 Uhr, Sky) gegen Coburg auf dem Programm steht.

Aufgrund der aktuellen Form des SCM steht eigentlich nur die Höhe des Sieges infrage. Unterschätzen werden die Magdeburger den Tabellenletzten und Aufsteiger deshalb aber nicht, zumal wohl Michael Damgaard ausfällt (Knieprobleme). Beim 28:26 im Hinspiel taten sich die Grün-Roten lange Zeit schwer, lagen zur Pause sogar zurück. Und zwei ihrer bisher drei Siege haben die Coburger im Februar geholt. Dazu kommen die zwei Zähler vom sensationellen Erfolg bei der MT Melsungen.

„Auch wenn es wie eine Floskel klingt, aber das sagt alles. Und dass man sich in der Bundesliga in jedem Spiel strecken muss, haben wir erst vor einer Woche gegen Essen erlebt. Da ging auch jeder davon aus, dass wir problemlos gewinnen. Aber wir haben uns richtig schwer getan. Und auch Coburg wird uns nichts schenken“, warnt Tim Hornke.

Der Rechtsaußen geht mit seinen Teamkollegen aufgrund der Erfolgsserie – der SCM ist inzwischen seit 16 Spielen ungeschlagen – jedoch mit einer gewissen Selbstsicherheit in die Partie. Hornke: „Diese Serie gibt eine breite Brust. Das Spiel gegen Essen war lange knapp, aber wir waren uns sicher, dass wir es noch für uns entscheiden werden. Am Ende war es dann mit 34:28 sogar noch deutlich. Aber das ist oft so, wenn es läuft. Im November hätten wir gegen Essen vielleicht sogar verloren oder einen Punkt abgegeben.“

Auch bei Hornke selbst läuft es gut. Mit Daniel Pettersson teilte er sich zuletzt die Spiele. Der Schwede durfte in der Bundesliga ran, Hornke im Europacup. „Gerade in solchen anstrengenden Wochen ist es wichtig, dass wir die Kräfte verteilen können“, sagt Hornke, der bei ZSKA über 60 Minuten ran durfte und zuvor bei Melsungen nur zugeschaut hatte. Dadurch ausgeruht, ging er in Russland ordentlich auf Torejagd und war mit neun Treffern beim 35:27-Sieg gegen ZSKA bester Werfer seines Teams. In der Woche zuvor hatte er gegen Alingsas acht Tore auf seinem Konto. Und insgesamt sind es im laufenden Wettbewerb schon 42. Nur Omar Ingi Magnusson ist sechs Treffer besser.

Auch weil der Isländer in dieser Saison Hornke als Siebenmeterschütze Nummer eins abgelöst hat. Für Hornke aber kein Problem. Er sagt: „Er macht das gut und ist sehr stabil. Das ist wichtig, um als Mannschaft Erfolg zu haben. Und wenn ich gebraucht werde, dann gehe ich an den Siebenmeterstrich.“ Deshalb bereitet sich der 30-Jährige auf die gegnerischen Torhüter genauso vor wie in der letzten Saison. „Das macht für mich absolut keinen Unterschied. Denn man weiß doch nie, wie die Spiele laufen“, erklärt Hornke.

Da in der Bundesliga realistisch gesehen maximal wohl nur noch Rang drei möglich ist, sieht Hornke die große Titelchance auf internationaler Bühne: „Wir haben natürlich vor jedem Gegner Respekt. Trotzdem sollten wir den Anspruch haben, uns gegen Pelister Bitola im Achtelfinale und dann im Viertelfinale gegen Ademar Leon oder Kristianstad durchzusetzen, um ins Final Four zu kommen. Aber am Sonntag müssen wir erst einmal Coburg schlagen, damit wir uns in der Bundesliga oben richtig festsetzen.“