Handball

Kristjansson bei SCM-Sieg verletzt

Das 29:24 des SCM gegen die Füchse wurde durch die schlimme Schulterverletzung von Gisli Kristjansson getrübt.

Magdeburg l Noch sechseinhalb Minuten waren in der Getec-Arena zu spielen. Und die Handballer des SC Magdeburg hatten die Füchse aus Berlin nach einer 23:19-Führung wieder auf zwei Treffer rankommen lassen.  Da schnappte sich Gisli Kristjansson den Ball, arbeitete sich in seiner typischen Art durch die Füchse-Abwehr  und traf zum 24:21.   Ein Tor, das aber leider nur richtig weh tut. Denn der Isländer blieb am Boden liegen und schrie vor Schmerzen. Als das Spiel dann unterbrochen wurde, war das Ergebnis nur noch Nebensache.

Kristjansson hatte sich bei der Aktion die linke Schulter ausgekugelt. Viele Spieler eilten herbei, um ihn zu trösten und ihm wieder auf die Beine zu helfen. Gestützt von  Physiotherapeut Andreas Grothe und mit Tränen in den Augen wurde der Rückraumspieler in die Kabine gebracht. Dort wurden die Schulter wieder eingerenkt und mit Beruhigungsmitteln die Schmerzen gelindert. Als der 21-Jährige dann einigermaßen stabil war, brachten ihn Sanitäter in die Uni-Klinik. Einfach nur bitter, auch weil Kristjansson erst vor einem Jahr an der linken Schulter operiert wurde.

„So richtig freuen kann ich mich über den Sieg leider nicht. Denn wir hätten lieber Gisli behalten als die zwei Punkte. Es zerreißt mir das Herz. Und das sieht auch alles nicht so gut aus. Aber wir werden  ihn als Team unterstützen und mental helfen. Zum Spiel  möchte ich nichts  sagen. Mir ist der Spieler wichtiger als das Spiel“, erklärte SCM-Trainer Bennet Wiegert tief berührt.
Auch den Teamkollegen war die Lust auf eine Siegesfeier vergangen. Es wurde sich zwar abgeklatscht, aber mit den Gedanken waren alle nur bei Gisli. Auch die Füchse waren geschockt. Sportdirektor Stefan Kretzschmar: „Es ist einfach nur tragisch, einen Spieler so zu sehen und auch  zu hören. Wir hoffen alle, dass er wieder richtig fit wird.“

Weil die Grün-Roten ohne Kristjansson den Vorsprung über die Runden brachten, war das 29:24 (12:11) der erste Heimsieg gegen die Berliner seit Dezember 2014. Danach sah es zunächst aber gar nicht aus.  Die Gäste standen sicher in der Abwehr und zwangen die Magdeburger zu langen Angriffen. Unter Druck des Zeitspiels wurden Fehler gemacht und die Füchse setzten sich ab. Als die Berliner nach 16 Minuten mit 8:5 führten, nahm Wiegert seine erste Auszeit.  Kurz darauf lagen die Magdeburger sogar mit vier Toren (5:9) zurück. Und als Omar Ingi Magnusson auch mit seinem zweiten Siebenmeter an Dejan Milosavlejv scheiterte (21.), schien es so, als würde ein Fluch über dem SCM bei Heimspielen gegen die Füchse liegen.
Doch auch dank einiger starker Paraden von Jannick Green, der am Ende eine Fangquote von 33 Prozent hatte, arbeitete sich der SCM wieder heran und ging mit einer knappen Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Gastgeber eindrucksvoll, warum sie inzwischen wettbewerbsübergreifend seit 19 Spielen, 13 davon in der Bundesliga, ungeschlagen sind. Green: „Wir haben sehr gut in der Defensive gearbeitet. Nur ärgerlich, dass die Halle leer sein musste.“ Tor um Tor wurde der Vorsprung ausgebaut. „Wir haben ihm Angriff die nötige Geduld gehabt und unsere Chancen dann auch konsequent genutzt“, freute sich Lukas Mertens, mit sechs Toren bester SCM-Werfer.