Handball

Mike Jensen ist neuer Torwart beim SC Magdeburg

Beim Handball-Bundesligisten SC Magdeburg wird künftig Dänisch gesprochen. Zumindest das Torhüter-Duo dürfte sich in dieser Sprache verständigen. Mit Mike Jensen hat der Verein nämlich einen Landsmann von Jannick Green verpflichtet.

Mike Jensen (links), hier mit Youngsters-Keeper Niclas Behrendt beim Aufwärmen, bildet beim SC Magdeburg künftig das Torwart-Duo mit seinem dänischen Landsmann Jannick Green.
Mike Jensen (links), hier mit Youngsters-Keeper Niclas Behrendt beim Aufwärmen, bildet beim SC Magdeburg künftig das Torwart-Duo mit seinem dänischen Landsmann Jannick Green. Foto: Eroll Popova

Lukas Reineke - Magdeburg. Die Amtssprache zwischen den Torpfosten des SC Magdeburg lautet in der kommenden Saison Dänisch. Neben der langjährigen Nummer eins Jannick Green hat der Handball-Bundesligist für die bevorstehende Spielzeit Landsmann Mike Jensen unter Vertrag genommen. Der 26-Jährige wechselte nach zwei Jahren von der HBW Balingen-Weilstetten zu den Grün-Roten. Seine ersten Eindrücke von der Stadt und den Mannschaftskollegen sind positiv. „Der Umzug hat geklappt. Ich habe eine schöne Wohnung mitten in der Stadt. Das ist perfekt. Das Wetter war in den ersten Tagen schön, so dass ich auch die Stadt kennenlernen konnte“, sagt Jensen.

Besonders die Elbe hat es dem Keeper angetan. „Ich bin ein großer Fan von Wasser“, erklärt er. In der Sommerpause verbringt Jensen daher viel Zeit auf seinem Boot in seiner Heimat. „Das ist meine Freiheit. Da bekomme ich Energie für die Saison.“ Entsprechend war er auch vor seinem Umzug drei Wochen unterwegs. Seinem großen Hobby wird er auf der Elbe allerdings nicht nachgehen. Die Entfernung nach Magdeburg ist zu groß, um mit dem Boot herzufahren.

In der Landeshauptstadt soll sich Jensen ohnehin auch auf den Handball konzentrieren. Seit Anfang August befindet er sich mit dem SCM in der Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison. Die ersten Mitspieler traf er sogar schon vor dem Trainingsauftakt in der Getec-Arena. Bis zum ersten Bundesliga-Spiel zu Hause gegen den TVB Stuttgart am 9. September erwartet Jensen eine intensive Zeit. Doch dem ist er sich bewusst. „Es war ein großes Ziel für mich, hierherzukommen und zu spielen. Aber als Torwart ist es eigentlich ganz einfach. Ich muss nur viele Bälle halten.“

Konkurrent und Partner

Um seine Quote von gut 30 Prozent parierten Würfen in der abgelaufenen Saison zu steigern, möchte Jensen von seinem Landsmann Green lernen und profitieren. „Mit Jannick zu spielen, ist ganz groß für mich. Er ist ein super Torwart. Er hat viel mehr Routine und liest die Spieler sehr gut“, sagt Jensen. Dass sein Torwart-Kollege ein Publikumsliebling in der Getec-Arena ist und in den vergangenen Jahren gesetzt war, schreckt ihn nicht zurück: „Jannick ist ein ganz wichtiger Mann seit vielen Jahren. Aber ich will alles geben. Ich bin nicht zufrieden als zweiter Torwart und werde dafür kämpfen, die Nummer eins zu sein.“

Doch er möchte den Konkurrenzkampf nicht zu hochhängen. Immerhin müssen sie als Duo harmonieren, um einen starken Rückhalt für das Team zu bilden. „Wir wollen beide gewinnen. Deswegen muss ich ihm helfen und er muss mir helfen.“

Auch Jannick Green freut sich über den neuen Positionskollegen. „Wir kannten uns vorher noch nicht, aber ich glaube, dass wir eine gute Zusammenarbeit haben werden“ sagt Green. Besonders Jensens Körpergröße von 2,05 Metern – bei einer Torhöhe von zwei Metern – sind für Green beeindruckend. „Er bringt eine andere Präsenz mit, wenn er im Tor steht“, erklärt Green einen aus seiner Sicht wesentlichen Unterschied. Dabei weist er ebenfalls 1,95 Meter vor.

Ein wenig liebäugelt Jensen dank des landesinternen Duells auch damit, die Aufmerksamkeit des dänischen Nationaltrainers auf sich zu ziehen. „Ich habe viele Ziele in meiner Karriere, auch wenn es weit weg ist. Aber wir haben ein paar Nationalspieler. Vielleicht sieht er dann viele Spiele von uns.“ Immerhin kann Nicolaj Jacobsen bei Spielen in der Getec-Arena neben Jensen und Green mit Michael Damgaard und Zugang Magnus Saugstrup zwei weitere Dänen begutachten.

Debüt hinterließ Eindruck

Doch der dänische Hüne Jensen möchte in der Getec-Arena in erster Linie erfolgreich für die SCM-Fans spielen. Diese haben es ihm immerhin bereits bei seinem ersten Besuch mit Balingen-Weilstetten 2019 angetan. „Mein erstes Spiel in der Bundesliga war in Magdeburg und ich habe die volle Arena gesehen. Das war Wahnsinn und speziell“, erinnert er sich, „dass ich jetzt hier spielen kann und es mein Heimpublikum ist, ist fantastisch.“ Da stört es Jensen auch nicht, das beim Hummel-Cup am 21. und 22. August vorerst nur 3000 Zuschauer in die Halle dürfen. Dies sind schließlich immer noch mehr als die 2320 Zuschauer in der ausverkauften Heimspielstätte seines ehemaligen Vereins.

Einziger Nachteil an einer gefüllten Getec-Arena ist, dass die Zuschauer wohl nicht hören werden, in welcher Sprache Jensen und Green während der Spiele kommunizieren werden. Und auch wenn sich das SCM-Duo wörtlich gesehen nicht ganz auf Augenhöhe unterhält, sprechen sie zumindest dieselbe Sprache – und zwar Dänisch.