Handball

SCM erreicht souverän das Viertelfinale

Magdeburger setzen sich in der European League gegen Bitola durch und stellen Rekord ein.

Von Daniel Hübner

Magdeburg

Der Bosnier Elmir Gradjan ist mit 1,90 Metern nicht nur ziemlich groß, er hat auch ein ziemlich großes Selbstvertrauen. Im Vorfeld des Achtelfinal-Rückspiels in der European Handball League am Dienstagabend hat der 26-Jährige verkündet: „Wir werden in Magdeburg das richtige Gesicht zeigen und nicht aufgeben.“ Nicht nach der Acht-Tore-Niederlage im Hinspiel in Nordmazedonien. Doch Gradjan musste mit seiner Mannschaft vom HC Pelister Bitola alsbald nach dem Anpfiff erkennen, dass die Bürde aus dem ersten Duell schlichtweg zu groß war. Die Grün-Roten setzten sich mit 35:24 (14:9) durch, erreichten das Viertelfinale, in dem sie nun auf den IFK Kristianstad, der sich gegen Ademar Léon durchsetzte, treffen.

Ganz nebenher hat die Mannschaft von Bennet Wiegert zudem ihren eigenen Rekord eingestellt. 22 Spiele in Folge hat sie nun wettbewerbs-übergreifend nicht mehr verloren. Was Trainer Bennet Wiegert sicherlich auch gefreut hat. Der 39-Jährige erklärte nach der Schlusssirene „Wir sind sehr glücklich über den Sieg, weil der Wettbewerb für uns sehr wichtig ist.“ Weil er eine Titelchance auf internationaler Bühne bietet.

Bitola ohne Trainer angereist

Bitola war übrigens ohne seinen Trainer Zeljko Babic angereist. Der 48-Jährige hat sich mit dem Coronavirus infiziert, musste sich in Quarantäne begeben, wie der Verein auf seiner Homepage mitteilte. Die Mannschaft war dennoch angereist. Die Akteure mussten noch am Mittag vor dem Anwurf einen entsprechenden Test absolvieren, um einen erkrankten Akteur ausschließen zu können. Letztlich wurden alle als gesund gemeldet, aber auch im Vollbesitz ihrer Kräfte hatten die Gäste keine Chance.

Wenngleich: In der Anfangsphase der Partie taten sich die Magdeburger schwer. Erst zur 13. Minute gelang die erste Zwei-Tore-Führung, erzielt von Marko Bezjak (6:4). Zuvor hatten sich vor allem technische Fehler in den Positionsangriff eingeschlichen. Doch mit der ersten und der zweiten Parade von SCM-Keeper Tobias Thulin, mit zwei Treffern von Christian O’Sullivan und einem Tor von Zeljko Musa (9:5/17.) kam die nötige Sicherheit in die Aktionen des SCM, der mit viel Geduld im Angriff die Lücken in der Gästeabwehr suchte. Nur vergaßen die Magdeburger zwischenzeitlich und für fünfeinhalb Minuten den erfolgreichen Abschluss, weshalb sie zur Pause „nur“ mit 14:9 führten.

Kluge bester Werfer

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde es dann endgültig eine klare Angelegenheit für den SCM. Allein Justus Kluge vollendete bis zur 35. Minute dreimal in Folge nach schnellem Gegenstoß zum 18:11 (35.). Dagegen präsentierte sich Bitola entweder zu harmlos im Abschluss oder scheiterte selbst mit freien Bällen an Thulin, der die gesamten 60 Minuten zwischen den Pfosten verbrachte.

Über ein 23:18 (45.) und ein 30:23 (55.) warf sich der SCM zum souveränen Sieg, bei dem Justus Kluge mit sieben Treffern der bester Werfer der Gastgeber war und der von der Mannschaft laut bejubelt wurde. „Ich habe viele Bälle bekommen und habe sie reingemacht, das war ein sehr gutes Spiel für mich“, erklärte Linksaußen Kluge erfreut.