Handball / SCM

SCM im Ost-Derby gestoppt

Die Handballer des SC Magdeburg stecken in einer kleinen Krise. Mit einem 33:34 wurde das Ost-Derby gegen DHfK Leipzig verloren. Und das war schon die zweite Heimniederlage in Folge.

Von René Miller
Wie schwer es die Leipziger Abwehr den Magdeburgern machte, bekommt hier SCM-Kapitän Christian O’Sullivan zu spüren.
Wie schwer es die Leipziger Abwehr den Magdeburgern machte, bekommt hier SCM-Kapitän Christian O’Sullivan zu spüren. Foto: Franzi Gora

Magdeburg l Während die Handballer des SC Magdeburg frustriert in der Kabine saßen und die Leipziger sich einen Kasten Bier schmecken ließen, stand SCM-Trainer Bennet Wiegert noch lange im Gang der Getec-Arena und sprach mit den Schiedsrichtern Sascha Wild und Fabian Baumgart. Denn die hatten in der 48. Minute beim Stand von 26:29 ein Tor für die Gäste gegeben, was keines war. Verdient hatten die Grün-Roten beim 33:34 (14:18) gegen den SC DHfK nach schwacher Leistung aber den einen möglichen Punkt nicht.

Leipziger Sieg ist verdient

„Auch wenn wir zum Schluss die Möglichkeit hatten, noch etwas mitzunehmen, geht der Sieg für Leipzig in Ordnung. Sie waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft“, so Wiegert, der die Niederlage auch nicht über das strittige Tor rechtfertigen wollte. Dabei ging es um den Treffer zum 26:30 aus SCM-Sicht. Jannick Green hatte einen abgefälschten Wurf von Philipp Weber im Nachfassen pariert und sich gefreut – aber der auf dieser Seite der Platte stehende Wild entschied auf Tor. Wiegert schlug entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen, nachdem er von „Sky“ das Signal bekommen hatte, dass es kein Tor war. „Der Ball war definitiv nicht hinter der Linie“, bestätigte Green nach dem Spiel.

Während der Partie hielten sich die Magdeburger aber nicht lange mit Klagen auf, sondern spielten und trafen fleißig weiter. Knapp fünf Minuten vor Schluss verkürzte Christian O’Sullivan zum 31:32. Danach wurde das Ost-Derby zum echten Krimi. Green legte endlich wichtige Paraden hin und vorne sorgte Omar Ingi Magnusson nach einer genialen Körpertäuschung 90 Sekunden vor dem Ende für den 33:33-Ausgleich.

Die Leipziger nahmen ihre letzte Auszeit und besprachen ihren nächsten Angriff, den Luca Witzke genau eine Minute vor Schluss zur erneuten Führung nutzte. Kurz darauf holte auch Wiegert seine Spieler zusammen. Aber der Ausgleich gelang nicht mehr. Wiegert: „Da passte das Zusammenspiel und das Zeitmanagement nicht so richtig.“

SCM mit schlechter Statistik

Was allerdings nicht nur in der letzten Szene des Spiels so war. Nur einmal konnten sich die Magdeburger über eine Führung freuen. Das war beim 3:2 nach fünf Minuten. Sonst liefen die Gastgeber fast nur Rückständen hinterher. Selbst das zwischenzeitliche 10:10 (19.) und 11:11 (22.) gaben keine Sicherheit. Stattdessen zogen die Gäste mit einem 4:0-Lauf davon. Und ausgerechnet Weber, der im Sommer zum SCM zurückkehrt, traf drei Sekunden vor der Pause zum 14:18.

Innerhalb von 140 Sekunden waren die Magdeburger nach dem Seitenwechsel zwar wieder auf 17:18 dran. Wiegert: „Es ist uns aber nicht gelungen, so richtig Druck aufzubauen.“ Was sich auch in den nackten Zahlen widerspiegelt. Mit nur sechs Paraden und 15 Prozent Fangquote, lediglich einem Tempogegenstoß-Tor und zehn technischen Fehlern kann man in der Bundesliga kaum gewinnen.