Handball / SCM

SCM mit Fragezeichen nach Flensburg

Die Handballer des SC Magdeburg müssen am Mittwochabend bei der SG Flensburg-Handewitt ran. Nach dem Gewinn der European League können die Grün-Roten ohne großen Druck aufspielen. Aber hinter dem Einsatz von Marko Bezjak und Christian O'Sullivan stehen dicke Fragezeichen.

Von René Miller
Marko Bezjak (r.) will sich mit Michael Damgaard am Saisonende über Rang drei in der Bundesliga  freuen.
Marko Bezjak (r.) will sich mit Michael Damgaard am Saisonende über Rang drei in der Bundesliga freuen. Foto: imago images

Magdeburg - Als sich der Bus des SCM gestern von der Getec-Arena aus auf den Weg nach Flensburg machte, waren auch einige Fragezeichen an Bord. „Marko Bezjak und Christian O’Sullivan konnten nicht trainieren. Inwieweit ich sie einsetzen kann, müssen wir spontan entscheiden“, verriet Trainer Bennet Wiegert vor dem Bundesliga-Klassiker heute Abend (19 Uhr, Sky).

O’Sullivan hatte sich im Europacup-Finale gegen die Füchse am Oberschenkel verletzt, deshalb vor einer Woche gegen Essen pausiert und gegen Minden eher nur Abwehr gespielt. Bezjak fehlte am Samstagabend gegen Minden. Wie er inzwischen selbst verriet aufgrund von Problemen an der rechten Schulter.

Belastung in den letzten Wochen hoch

„Inzwischen geht’s aber schon besser. Und es wurde auch nichts Schlimmeres festgestellt“, erklärte der 34-Jährige nach einer Untersuchung in der Magdeburger Uni-Klinik. „Die Probleme sind nach der großen Belastung wohl eher muskulärer Natur. Das Final Four mit zwei Spielen an zwei Tagen und dann gleich wieder Bundesliga waren für uns alle schon sehr anstrengend. Aber für meinen Kopf war es wichtig, von einem Arzt zu erfahren, dass die Schulter okay ist“, sagte Bezjak: „Da kann ich entspannter in die nächsten Spiele gehen, werde dafür aber noch einige Stabilisierungsübungen mehr einlegen.“

SCM setzt sich Rang drei in der Bundesliga als Ziel

Weil nicht nur Bezjak unter der enormen Belastung leidet, wird im Training entsprechend dosiert. „Die Jungs sind nach den vielen Spielen schon ziemlich müde. Deshalb ist Trainingssteuerung sehr wichtig. Und wir sind froh, nach dem Spiel in Flensburg mal wieder fast eine Woche Pause zu haben“, sagte SCM-Coach Bennet Wiegert.

Nach der einen Woche kommt aber mit Kiel das nächste Top-Team. Bezjak: „Wir mischen uns also unmittelbar in den Titelkampf ein. Deshalb wäre es am besten, wenn wir beide schlagen.“

Für den Slowenen und seine Teamkollegen ist mit dem Gewinn der European Handball League die Saison aber auch noch lange nicht gelaufen. Bezjak: „Aufgrund der Stärke von Kiel und Flensburg ist in dieser Saison Rang drei in der Liga schon das Maximum. Da sollte jeder realistisch sein. Aber diesen dritten Rang wollen wir jetzt unbedingt erreichen. Und dafür müssen auch gegen die Spitzenteams in den nächsten beiden Spielen Punkte her.“

Flensburg mit langer Serie

Mit Flensburg haben die Grün-Roten außerdem noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen. Da endete mit einem 29:32 am Ostersonntag die Serie des SCM, der zuvor 22 Spiele in Folge ungeschlagen blieb. Bezjak: „Die Flensburger sind ja zu Hause auch schon lange ungeschlagen. Da können wir uns also richtig revanchieren.“ Am 10. Dezember 2017 kassierte das Team von Trainer Maik Machulla gegen Kiel die letzte Heimniederlage (27:35). Seitdem gab es in 53 Heimspielen 50 Siege und drei Remis.

Bezjak kann auch das Spiel in einer Woche gegen Kiel kaum erwarten. „Dass da 1500 Fans in die Halle dürfen, ist fantastisch. Es ist schließlich das erste Heimspiel seit unserem Europacup-Triumph. Toll, dass wir das auch noch mal am Rande des Spiels gegen Kiel mit unseren Fans feiern dürfen“, so Bezjak, der auch schon 2016 beim letzten Titelgewinn, dem Sieg im DHB-Pokal, dabei war. Vergleichen will er beide Erfolge aber nicht.

Bezjak: „Den DHB-Pokal zu holen, bleibt auch unvergesslich, weil das Final Four in Hamburg mit vielen Zuschauern ein ganz besonderes Ambiente hatte. Der internationale Titel wird dagegen auch im Ausland viel mehr wahrgenommen. Und wir sind der erste Gewinner dieses neuen Wettbewerbs überhaupt.“