Handball / SCM

SCM siegt mit überragendem Thulin

Die Handballer des SC Magdeburg bleiben nach dem Triumph im Europacup auch in der Bundesliga auf Erfolgskurs. Mit einem 35:25 bei GWD Minden gelingt in der Tabelle der Sprung auf Rang drei.

Von René Miller
Tobias Thulin bot beim Sieg gegen GWD Minden im SCM-Tor eine überragende Leistung und hält hier sogar einen Siebenmeter von Kevin Gulliksen.
Tobias Thulin bot beim Sieg gegen GWD Minden im SCM-Tor eine überragende Leistung und hält hier sogar einen Siebenmeter von Kevin Gulliksen. Foto: Franzi Gora

Magdeburg - Im Finale der European Handball League war es Jannick Green, der mit einer überragenden Leistung den Grundstein für den Triumph des SC Magdeburg legte. Beim Bundesliga-Spiel in Lübbecke gegen GWD Minden war Tobias Thulin der Matchwinner. Insgesamt 14 Paraden, davon zwölf allein in Halbzeit zwei, legte der Schwede beim 35:25 (16:15) hin und hatte am Ende eine Fangquote von 47 Prozent auf dem Statistikzettel stehen.

Schwede blüht im SCM-Tor auf

„Nach der Pause hat mir die Abwehr sehr geholfen. Wir standen dann viel besser und wollen ja auch in der Liga die bestmögliche Platzierung erreichen“, sagte Thulin nach dem Spiel beim TV-Sender Sky - und das erstmals richtig gut auf Deutsch. Der 25-Jährige blüht in seinen letzten Spielen für den SCM noch einmal richtig auf. Beim Final Four um den Europacup war der nach Stuttgart wechselnde Torwart ja schon im Halbfinale am Sieg gegen Wisla Plock entscheidend beteiligt. Trainer Bennet Wiegert: „Was er in diesen zwei Spielen gezeigt hat, war mega. Schön, dass wir zwei Top-Torhüter haben.“

Bezjak nicht spielfähig

Von den Glückwünschen vor Spielbeginn hatten sich die Magdeburger in der Lübbecker Merkur Arena nicht ablenken lassen. Schließlich standen die Vorzeichen nicht gut. Christian O’Sullivan hatte sich im Europacup-Finale einen „Pferdekuss“ am Oberschenkel zugezogen und musste deshalb in Essen zuschauen. Vorsichtshalber sollte er eigentlich auch gegen Minden noch pausieren.

Doch kurzfristig war auch noch Marko Bezjak nicht spielfähig. Detaillierte Aussagen zur Verletzung gibt es bekanntlich beim SCM aber nicht. Wiegert verriet nur: „Er wird sich am Montag genau untersuchen lassen. Dann entscheiden wir, ob es für das Spiel in Flensburg reicht.“ Dort müssen die Magdeburger am Mittwoch antreten.

Echte Willensleistung gegen Minden

Weil es im Rückraum personell eng geworden wäre, spielte O’Sullivan gegen Minden dann aber doch. Wiegert: „Auch was die gesamte Mannschaft geleistet hat, kann man nicht hoch genug loben. Wir haben nach den Anstrengungen beim Europacup ja schon am Donnerstag in Essen gespielt und waren jetzt knapp 48 Stunden später schon wieder dran. Das war eine starke Willensleistung der Jungs. Und dass es so deutlich wird, war auch nicht zu erwarten.“

Schließlich hatte Minden zuvor von 15 Heimspielen nur vier verloren. Unter anderem gab es Siege gegen die Füchse und Leipzig. Außerdem wurden gegen die Rhein-Neckar Löwen und Melsungen die Punkte geteilt. Ähnlich eng ging es zunächst auch im Duell mit dem SCM am Samstagabend zu. Die Gastgeber glichen immer wieder aus. Zum 2:2 (2.), 4:4 (6.), 9:9 (18.). Und nach 19 Minuten ging Minden beim 10:9 sogar erstmals in Führung. Doch die Grün-Roten schüttelten sich kurz und drückten wieder aufs Tempo.

Magnusson bester Werfer

Ausgerechnet der Ex-Mindener Magnus Gullerud traf sechs Minuten vor der Pause zum 14:11 und sorgte für die erste Drei-Tore-Führung. Und nach dem Seitenwechsel drehte der SCM richtig auf. Christoph Steinert sorgte gut vier Minuten vor Schluss erstmals für eine Zehn-Tore-Führung (33:23). Und Omar Ingi Magnusson war wieder einmal am torhungrigsten und kam auf insgesamt neun Treffer.