Handball

SCM verliert beim HC Erlangen

Seine sechste Saisonniederlage hat Handball-Bundesligist SC Magdeburg am Sonntag bei einem leidenschaftlichen HC Erlangen kassiert. Die Mannschaft von Bennet Wiegert verlor mit 28:30 (16:12).

Von Daniel Hübner
Piotr Chrapkowski (l.) und Magnus Gullerud versuchen, Nico Büdel zu stoppen. Foto: imago images

Magdeburg. Bennet Wiegert hatte seine Mannschaft um Ruhe gebeten, hatte sie aufgefordert, „den Resetknopf“ zu drücken. Doch die Mannschaft fand nicht mehr zur Spannung, nicht mehr zum gewohnten Spiel: Handball-Bundesligist SC Magdeburg hatte am Sonntag in der Arena Nürnberg zwischen einem 12:16 zur Pause und einem 19:19 in der 39. Minute nicht nur seine Vier-Tore-Führung verloren. Sondern auch den Rhythmus. Bis zur Schlusssirene ließen die Grün-Roten ihren Kontrahenten zwar nie mit mehr als drei Treffern davonziehen, schafften aber auch nicht mehr die Wende. So kassierten die Wiegert-Schützlinge mit dem (16:12) beim HC Erlangen ihre sechste Saisonniederlage. Wiegert resümierte bei Sky: „Wir hatten heute zu wenig Ausstrahlung und Willen, um hier etwas mitzunehmen.“

Dass Erlangen nach dreiwöchiger Quarantäne-Zeit wegen Corona mit spielerischen Defiziten in die Partie gehen würde, war klar. Dass Erlangen zuweilen mit unpräzisen Würfen das Magdeburger Tor verfehlte, konnte nicht überraschen. Aber aus der Sehnsucht nach der Rückkehr auf die Platte entwickelte der HCE einen Kampfgeist, mit dem die Mannschaft des Ex-Magdeburgers Michael Haaß sich den Sieg verdiente - vor allem in der starken zweiten Halbzeit.

Im ersten Abschnitt hieltrzunächst Keeper Klemen Ferlin seiner Mannschaft den Rücken frei - bis er sich bei einer Parade in der 14. Minute am Knie verletzte. Für ihn kam Martin Ziemer, der bis zur Pause allerdings kaum eine Hand an den Ball bekam. Dagegen überragte beim SCM Christian O'Sullivan, der seinen Vertrag gerade bis 2025 verlängert hat, mit neun Treffern aus zehn Versuchen vor der Pause und zeichnte maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Magdeburger sich ein Polster zur Halbzeit erarbeiteten.

Doch nach dem Wechsel kämpfte sich Erlangen zurück, zwischenzeitlich fand jeder Wurf das Tor - selbst aus unmöglichen Positionen. Beim 25:22 (50.) war die Partie zwar längst nicht entschieden. Aber letztlich fanden die Gäste nicht mehr zur nötigen Spannung, scheiteren oft an Ziemer. Und letztlich markierte Simon Jeppsson das 30:28 wenige Sekunden vor der Schlusssirene und belohnte damit die große Leidenschaft der Franken an diesem Tag.