Handball

„Speedy“ Mertens vom SCM braucht keine Pause

Für Lukas Mertens und Handball-Bundesligist SC Magdeburg kommt es im Mai heftig.

Von Daniel Hübner
Lukas Mertens (l.) hat sie alle bezwungen in dieser Saison - auch Keeper Silvio Heinevetter von der MT Melsungen. Foto: Eroll Popova

Magdeburg. Und täglich grüßt der Physiotherapeut. So verlief die vergangene Woche des Lukas Mertens und aller anderen Akteure des SC Magdeburg, die nicht für die Nationalmannschaft unterwegs waren. Massage, Massage, Massage. Die Muskeln wollten regeneriert werden für den Saisonendspurt. Denn der kommt heftig: Fünf Bundesliga-Spiele und das Final Four der European League am 22./23. Mai in Mannheim stehen in diesem Monat auf dem Programm. Da kommt auch eine Pause für Mertens mal recht: „Ich nehme mir dann die Zeit für meine Familie“, berichtet er.

Seine Einsatzzeiten haben sich ja ob der schweren Verletzung von Matthias Musche im vergangenen November potenziert. Mertens ist der Dauerbrenner auf Linksaußen bei den Grün-Roten – unterstützt von Justus Kluge. Ganz einfach war das für ihn anfangs nicht. „Solch eine Situation kannte ich nicht. Ich musste mich an die erhöhte Spielbelastung erst gewöhnen“, berichtet er.

102 Tore hat Mertens in bislang 26 Punktspielen erzielt. Seine Wurfquote beträgt sehr gute 73,91 Prozent. Nur zuletzt beim HC Erlangen knirschte es auch in seinem Getriebe – zwei Treffer aus vier Versuchen waren ihm gelungen. Aber das allein war nicht der Grund für die 28:30-Niederlage: „Wir waren kollektiv nicht an unsere Leistungsgrenze gegangen“, berichtet Mertens über das Hauptmanko der Magdeburger in der Partie, das Trainer Bennet Wiegert gesehen hatte. „Wir hatten zwar mit Christian O’Sullivan einen überragenden Spieler auf dem Feld, aber das Spiel hat uns letztlich gezeigt, dass wir als Mannschaft funktionieren müssen, um zu gewinnen“, betonte „Speedy“ Mertens.

Ich freue mich, jeden Tag zum Training oder zum Spiel in der Halle zu stehen.

Lukas Mertens

Als „Speedy“ kennen ihn ja alle Wilhelmshavener und alle Magdeburger Handball-Fans. Georg Auerswald, einst Kreisspieler und Teamgefährte von Mertens beim WHV in der zweiten Liga, hatte den Sprinter auf der Außenbahn auf diesen Spitznamen getauft. Aber Lukas Mertens kann auch sehr gemütlich. „Wir wohnen direkt an der Elbe, da gehen wir oft spazieren“, berichtet er über die gemeinsame Freizeitaktivität mit seiner Louisa, die an der Guericke-Uni Gesundheitsförderung und –Management studiert. Auch deshalb „achten wir auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung“, berichtet der 25-Jährige. Und Louisa macht nun ihren Master. Das macht sich für die gemeinsame Perspektive in Magdeburg natürlich gut. Denn Mertens hat im Januar seinen Vertrag bei den Grün-Roten bis zum Sommer 2024 verlängert.

Lange überlegen musste er nicht. „Zum einen habe ich damit eine Sicherheit. Zum anderen habe ich die Perspektive, mich persönlich und sportlich weiterzuentwickeln“, erklärt er. Sportlich geht es für Mertens auch in dieser Saison wieder um die Chance auf einen Titel. Beim Final Four in Mannheim muss er mit seiner Mannschaft zunächst gegen Wisla Plock antreten. Zum polnischen Vertreter kann er noch nicht viel sagen: „Ich habe erst zwei Spiele von ihnen in der European League gesehen. Aber ich kann jederzeit ,Chrapek’ fragen“, sagt er lächelnd. Piotr Chrapkowski zählt zu den Nationalspielern, die nach ihrer Rückkehr von der Qualifikation zur Europameisterschaft 2022 am Montag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.

Genau das war in den vergangenen Tagen nicht möglich. Mit nur acht verbliebenen Akteuren ist es schwer, taktische Elemente zu trainieren. Coach Wiegert hatte den Fokus deshalb auf Regeneration gelegt. Aber grundsätzlich müssen solche Pausen gar nicht lange dauern für Lukas Mertens: „Ich freue mich, jeden Tag zum Training oder zum Spiel in der Halle zu stehen, denn dafür mache ich den Sport.“ Und noch mehr freut sich Mertens, wenn er in der Getec-Arena wieder von 6400 Zuschauern empfangen wird.

Denn die „handballverrückten“ Fans und die Stimmung genießt Mertens bereits seit 2017 – sie waren auch ein Grund für ihn, seinen Vertrag um drei Jahre zu verlängern. Und wie alle wartet Mertens auf den Tag nach der Corona-Pandemie, an dem sie ihn wieder begrüßen.