Handball / SCM

Weber will mit Leipzig den SCM piksen

Am Sonntag (14.05 Uhr, Sky und MDR) steigt in der Getec-Arena das Handball-Derby zwischen dem SC Magdeburg und SC DHfK Leipzig. Bei Philipp Weber kribbelt es dieses Mal besonders. Denn der 28-Jährige wechselt im Sommer aus Leipzig zurück nach Magdeburg.

Von René Miller
Philipp Weber setzt hier zum Entsetzen von SCM-Trainer Bennet Wiegert  (hinten) im Zweikampf mit Omar Ingi Magnusson zum Sprungwurf an.
Philipp Weber setzt hier zum Entsetzen von SCM-Trainer Bennet Wiegert (hinten) im Zweikampf mit Omar Ingi Magnusson zum Sprungwurf an. Foto: imago images

Magdeburg l Es ist ein Derby, dazu noch gegen den alten und künftigen Verein – bei Philipp Weber ist der morgige Sonntag schon lange mit einem roten Kreuz versehen. „Spiele zwischen Leipzig und dem SCM sind immer besonders. Und durch meinen Wechsel zur nächsten Saison ist das Kribbeln auch noch ein bisschen größer“, verrät der 28-Jährige vor dem traditionsreichen Duell morgen (14.05 Uhr, Sky und MDR) in der Getec-Arena.

DHfK-Spieler gegen Corona geimpft

Ein rotes Kreuz war für Weber und seine Noch-Kollegen übrigens schon am Dienstag angesagt. Da ließ sich das komplette Team im Universitätsklinikum Leipzig mit Astrazeneca impfen. Mit Ausnahme von Weber. Er hatte sich aufgrund der Olympia-Teilnahme mit dem deutschen Nationalteam bereits seinen Piks mit dem Vakzin von Johnson & Johnson abgeholt. Weber: „Die Teamkollegen bekommen Mitte Juli noch eine Zweitimpfung. Die ist bei Johnson & Johnson nicht nötig und Mitte Juli sind ja schon die Olympischen Spiele.“

Ganz ohne Beschwerden war die Impfung aber nicht. Weber: „Ein paar Nebenwirkungen hatte ich schon. Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen – aber das ist ja auch ein gutes Zeichen für ein starkes Immunsystem.“

Obwohl die Leipziger aufgrund solcher Nebenwirkungen sicherheitshalber drei Tage mit dem Training aussetzen mussten, wollen sie die Magdeburger morgen auch gerne „piksen“. Weber: „Unsere Saison war von einem Auf und Ab geprägt. Eines der Highlights war das Hinspiel gegen den SCM. Da haben wir beim 33:29 richtig stark gespielt. Dafür war es vor einer Woche beim Sieg in Essen sehr mühevoll. Aber egal, auch wenn für uns in der Tabelle nicht mehr viel geht, wollen wir uns gerade in Magdeburg unbedingt wieder von der besseren Seite zeigen.“

Wiegert rechnet mit hochmotiviertem Weber

Beim „Piksen“ des SCM will Weber vorangehen. „Auch wenn ich nächste Saison wieder in Magdeburg bin und weiß, dass der SCM um Rang drei kämpft und dafür jeden Punkt braucht, werde ich keine Rücksicht nehmen. Ich hatte viele gute Jahre in Leipzig und habe dem SC DHfK viel zu verdanken. Da hänge ich mich für den Club auch bis zum letzten Tag voll rein. Und es ist ein Derby, dass auch noch live im frei empfangbaren Fernsehen übertragen wird“, sagt Weber. Sein künftiger Coach hat an dieser Einstellung auch keine Zweifel. Bennet Wiegert: „Ich kenne Philipp gut genug, um zu wissen, dass das keine leeren Worte sind. Im Gegenteil – er kann sich in solchen Spielen sogar besonders motivieren.“

Wohnung steht in Magdeburg schon bereit

Seit die Rückkehr zum SCM, für den er schon von 2003 bis 2013 spielte, perfekt ist, schaut Weber besonders aufmerksam bei den Grün-Roten hin. Weber: „Wenn wir nicht gerade zeitgleich spielen mussten, dann habe ich die Spiele des SCM verfolgt. Im Europacup konnte ich deshalb fast alles sehen. Das dient auch dazu, um es ab Sommer einfacher zu haben und die Spielidee so schnell wie möglich zu verinnerlichen. Dass der SCM im Angriff viele Eins-gegen-Eins-Duelle sucht, kommt mir sehr entgegen. Denn das ist ja auch mein Spiel.“

Ob er zentral oder im linken Rückraum seinen Stammplatz finden soll, geht Weber gelassen an. „Wichtig ist nur, dass ich spiele. Egal, wo. Schließlich ist beim SCM die Qualität im Kader riesengroß“, erklärt Weber, dem in Magdeburg natürlich keiner erzählen muss, worum es beim SCM geht: „Ich kenne das Umfeld, werde mich auch in der Stadt nicht verlaufen und habe auf dem Werder auch schon eine Wohnung gefunden.“