Handball

Zwei Leistungsträger des SC Magdeburg verlängern ihre Verträge

Christian O’Sullivan und Daniel Pettersson halten dem Handball-Bundesligisten SC Magdeburg die Treue.

Von Daniel Hübner

Magdeburg. Die Meldungen aus Erlangen waren in den vergangenen Wochen durchaus beängstigend: Quasi die gesamte Mannschaft inklusive dem Team hinter dem Team hat sich mit dem Coronavirus infiziert, weshalb der HCE bereits drei Bundesliga-Spiele in Rückstand liegt. Noch am 15.?April lautete es in einer Meldung auf der Vereinshomepage, dass sich aufgrund der „Vielzahl von Corona-Fällen“ alle für mindestens 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben mussten. Was natürlich rein rechnerisch auch die Gefahr mit sich brachte, dass das für Sonntag angesetzte Punktspiel (16 Uhr in der Arena Nürnberg/Sky) des HCE gegen den SC Magdeburg abgesagt werden muss. Aber ein gestriger Anruf bei Mira Olk, der Verantwortlichen für Kommunikation und Marketing in Erlangen, ergab: „Das Spiel kann stattfinden.“

Dafür durften die Grün-Roten noch einmal Ruhe tanken. Nach dem Erreichen des Final Four in der European League hatte Trainer Bennet Wiegert seinen Schützlingen eine Erholung gegönnt, bevor es heute in die Vorbereitung auf die nächste Herausforderung geht. Aktiv wurde stattdessen der Verein selbst, der gestern um Punkt zwölf Uhr eine Pressemitteilung über die elektronischen Kanäle schickte. Und darin die Vertragsverlängerung gleich von zwei Akteuren bekanntgab. Von zwei wichtigen Akteuren, von Daniel Pettersson und von Christian O’Sullivan nämlich.

Pettersson ist ja ein witziger Bursche, auch deshalb „passt er menschlich hervorragend in unser Team“, sagte Trainer Wiegert. Aber natürlich nicht nur das: „Daniels Nervenstärke ist eine Fähigkeit, die uns gerade in Crunchtime-Situationen sehr gut tut.“ O’Sullivan kann sich auch witzig sein, aber hervorgetan hat sich der Kapitän des SCM in den Gesprächen der Vergangenheit vor allem durch seriöse Analysen und realistischen Weitblick, weshalb sein Trainer erklärte: Mit ihm „haben wir einen sehr guten Handballer, Charakter und Leader in unseren Reihen langfristig an uns binden können“.

13 Profis bleiben

Denn beide Spieler meinen es nun ernst mit ihrer Zukunft in Magdeburg: Der Norweger O’Sullivan hat sogar bis 2025 unterschrieben. Pettersson bleibt bis 2024 dem SCM treu. „Mindestens“ vermerkt der Verein in seiner Mitteilung zur Kontraktverlängerung.

Zwischen dem Sieg in Europa gegen Kristianstad am Dienstag und dem Bundesligaspiel am Sonntag beim HC Erlangen haben die Magdeburger also ihre langfristige Zukunft auf Rückraum Mitte und auf Rechtsaußen gesichert. Der 39-jährige Wiegert ist nicht nur glücklich darüber, weil dies zeigt, „dass Leistungsträger an eine weitere Entwicklung beim SCM glauben und diese weiter mit vorantreiben wollen“. Sondern weil von den aktuell 16?Profis 13 Akteure auch in der kommenden Saison für die Grün-Roten auflaufen werden. „Ich bin ein Freund von Kontinuität im Kader“, so Wiegert, zugleich Geschäftsführer Sport beim SCM.

Verlassen werden den Verein Christoph Steinert (HC Erlangen), Zeljko Musa (RK Zagreb) und Tobias Thulin (TVB Stuttgart). Als Zugänge stehen bereits Keeper Mike Jensen (Balingen) und Magnus Saugstrup (Aalborg Handbold), Kay Smits (Team Tvis Holstebro) und Rückkehrer Philipp Weber (DHfK Leipzig) fest.

Und allesamt werden jene Ziele pflegen, die auch O’Sullivan und Pettersson haben. „Für mich passt alles gut zusammen“, sagte der 28-jährige Schwede, der mit Tim Hornke in den kommenden drei Jahren das Gespann auf Rechtsaußen bilden wird. „Wir haben ein gutes und ambitioniertes Team und die Perspektive, zukünftig noch erfolgreicher spielen zu wollen“, ergänzte Pettersson, der wie O’Sullivan seit 2016 an der Elbe spielt und in dieser Serie bislang auf 57 Tore in der Liga gekommen ist. Auch der Kapitän möchte noch erfolgreicher werden. „Ich habe mein Ziel, mit dem SCM Titel zu gewinnen, noch nicht erreicht“, betonte der 29-Jährige, der 73 Saisontreffer in seiner Saisonstatistik notiert hat.

Diesen Wunsch können sich O’Sullivan und Co. am Pfingstwochenende in Mannheim erfüllen. Beim Final Four der European League.