Boxen

SES-Abend mit Beschränkungen

Am Sonnabend wird in Magdeburg wieder geboxt. Auf der Seebühne steigt trotz der Corona-Beschränkungen eine SES-Gala.

Magdeburg l Um am 18. Juli wieder boxen zu können, hat sich das SES-Team viel einfallen lassen und ein umfangreiches Hygienekonzept erstellt. Aber Promoter Ulf Steinforth muss auch einen guten Draht zum Wettergott haben. Denn die Prognose für den Sonnabend mit Sonnenschein, Temperaturen bis 25 Grad und einer Regenwahrscheinlichkeit von null sind wie geschaffen für einen Boxabend auf der Seebühne. Selbst beim Hauptkampf gegen 23 Uhr sind noch über 20 Grad prognostiziert. Insgesamt stehen sechs Kämpfe auf dem Programm. Höhepunkt ist das Schwergewichts-Duell zwischen Agit Kabayel und Evgenios Lazaridis (22.35 Uhr, MDR).

„Wir hätten das alles gerne anders gemacht, aber müssen nun einmal damit leben. Für uns war wichtig, dass wir unseren Boxern endlich wieder eine Möglichkeit geben können, im Ring zu stehen. Und dafür haben wir gerne diesen großen Aufwand auf uns genommen. Bedanken möchte ich mich dafür vor allem bei Raiko Morales“, sagt Steinforth.

Der Cousin von Peter Kadirus Trainer Christian hat mit seinem Ingenieurbüro „RM Safety“ das Hygienekonzept erstellt und konnte auf Erfahrungen in Zusammenarbeit mit der Lufthansa bauen. „Wir haben die einzelnen Punkte aber immer wieder aktualisiert, weil sich die Auflagen ja auch geändert haben“, erzählt Morales über das 25-seitige Konzept mit insgesamt 90 Maßnahmen, um den Schutz aller Beteiligten zu gewährleisten. Für die Boxer und ihre Teams wurden sogar spezielle Handlungsempfehlungen erstellt.

Dass die Kämpfer selbst beim gestrigen Wiegen auf Abstand achten und mindestens eineinhalb Meter entfernt von ihrem jeweiligen Gegner stehen mussten, gehört zu den Dingen, die bei solchen Konzepten schwer zu verstehen sind. Schließlich sind sie alle getestet und gehen auch heute im Ring nicht auf Abstand.

Die Testungen wurden in drei Phasen vorgenommen. Die erste begann fünf Wochen vor der Veranstaltung. Abschließend mussten sich alle am Donnerstag rund 48 Stunden vor der Veranstaltung noch einmal einer Testung unterziehen. Bis zu 180 Proben waren dafür vom MVZ Magdeburg vorgesehen. Die Boxer waren auch angewiesen, die komplette Woche über das Hotel Maritim nur zu Spaziergängen oder für das Training zu verlassen und Einkäufe oder den Aufenthalt in größeren Gruppen zu vermeiden. Erfreulicherweise konnte SES gestern vermelden, dass alle Testungen negativ waren und dem Boxabend nichts im Wege steht.

Und auch der wird völlig anders sein, als die Aktiven, Verantwortlichen und zugelassenen 550 Zuschauer zuvor jemals beim Boxen erlebt haben. So wird es kein Catering geben. Und sogar die Sportler müssen sich eigenes Wasser und Verpflegung mitbringen. In der Kabine dürfen sich nur drei Personen aufhalten. Für die Erwärmung, Pratzenarbeit und das Tapen ist allein der Trainer zuständig. Außerdem gibt es klar vorgeschriebene Laufwege. In der Ringecke dürfen nur Trainer, Cutman und eine weitere Person stehen. Selbst die Handschuhe müssen vor dem Wettkampf noch einmal desinfiziert werden.

Auch im Ring ist zunächst Abstand gefordert. Der Ring- sprecher muss beim Präsentieren der Kämpfer außerhalb des Gevierts stehen. Für Sprecher, Ärzte und Ringrichter gibt es sogar separate Treppen. Und am Tisch des Kampfgerichts ist immer ein Platz zwischen den einzelnen Personen frei zu lassen.

Um die Kontakte so gering wie möglich zu halten, wird die Seebühne in drei Zonen aufgeteilt. Direkt am Ring sind nur die Aktiven, ihre Trainer, die Offiziellen, der Ringsprecher, einige Fotografen, TV-Personal und der Promoter zugelassen. Die Zuschauer sitzen in Zone 3 und dürfen keinerlei Kontakt zum engeren Kreis haben.

An den Eingängen sind Fiebermessstationen eingerichtet, um jeden zu kontrollieren. Auf den Wegen zu den Plätzen muss ein Nasen-Mundschutz getragen und auf Abstandsregelungen geachtet werden. An den Plätzen selbst, dürfen die Masken abgesetzt werden.

Steinforth: „Wir wollen alles dafür tun, dass keiner erkrankt und wir uns im Nachhinein keine Vorwürfe machen müssen.