1. Startseite
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Australian Open: „Sind wir Tiere im Zoo?“ - Diskussion um zu viele Kameras

Australian Open „Sind wir Tiere im Zoo?“ - Diskussion um zu viele Kameras

Tennisprofis werden bei den großen Turnieren immer von Kameras begleitet. Muss das so sein? Oder sollte es Grenzen geben?

Von dpa 28.01.2026, 07:31
Coco Gauff ließ ihrem Frust in Melbourne freien Lauf.
Coco Gauff ließ ihrem Frust in Melbourne freien Lauf. Aaron Favila/AP/dpa

Melbourne - Nach dem kleinen Ausraster von Coco Gauff im Anschluss an ihr Viertelfinal-Aus bei den Australian Open ist in der Tennis-Szene eine Diskussion über die Omnipräsenz von Kameras bei den Turnieren entbrannt. „Die Frage ist: Sind wir Tennisspieler? Oder sind wir Tiere im Zoo?“, fragte die Polin Iga Swiatek, als sie auf die Szene mit Gauff angesprochen wurde.

Die Amerikanerin hatte nach ihrer klaren Niederlage gegen Jelina Switolina aus der Ukraine in den Katakomben der Rod Laver Arena aus Frust ihren Schläger zertrümmert. Die Weltranglisten-Dritte wähnte sich dabei unbeobachtet, wurde aber von Kameras gefilmt, sodass jeder ihren Wutausbruch sehen konnte.

Gauff sieht Gesprächsbedarf

Im Tennis ist es vor allem bei den Grand-Slam-Turnieren üblich, dass die Profis auf Schritt und Tritt von Kameras begleitet werden. „Ich denke nicht, dass das nötig ist“, sagte Gauff. Sie habe extra nach einem Ort gesucht, wo sie dachte, unbeobachtet zu sein, da sie kein schlechtes Vorbild vor allem für Kinder habe sein wollen. „Vielleicht sollten wir mal darüber reden. Ich habe das Gefühl, dass bei diesem Turnier der einzige private Ort die Umkleidekabine ist.“

Auch Swiatek hatte die Dauerüberwachung während des Turniers zu spüren bekommen, als über die Kameras zu sehen gewesen war, dass sie fast ihre Akkreditierung vergessen hätte. „Ich denke nicht, dass das so sein sollte. Wir sind gewohnt, auf dem Platz und in der Pressekonferenz beobachtet zu sein. Das ist unser Job“, sagte die sechsfache Grand-Slam-Turnier-Siegerin. Aber es gehöre nicht zum Job, zur Schau gestellt zu werden, wenn man die Akkreditierung vergesse.

Die ehemalige Weltklassespielerin Serena Williams (44) stimmte ihren einstigen Kontrahentinnen zu. Im zertrümmerten Schläger von Gauff sah die langjährige Nummer eins der Welt kein Problem. Ganz im Gegenteil: „Nun Coco, wenn du willst, zeige ich dir, wie du ihn in einem Versuch zerstörst“, schrieb Williams in den sozialen Medien. Gauff hatte den Schläger mehrere Male auf den Boden gehämmert, ehe dieser kaputt war.