Halle l Dass Dominic Bösel am 16. November in der Arena Halle gegen Sven Fornling boxt, steht schon lange fest. Im Duell gegen den Kämpfer aus dem schwedischen Malmö sollte es bisher aber nur um die Krone der IBO, einem der kleineren Weltverbände gehen. Doch jetzt kommt ein ganz anderer Glanz in dieses Duell am 16. November.

WBA hatte schon große Weltmeister

Bösel kämpft gegen Fornling nämlich um den Gürtel der WBA. Dieser Verband wurde 1921 unter dem Namen National Boxing Association (NBA) gegründet und 1962 in WBA umbenannt. Die WBA-Krone hatten sich einst auch schon Muhammad Ali, Mike Tyson und Wladimir Klitschko im Schwergewicht aufgesetzt. Auch Sven Ottke (Supermittelgewicht) war schon Weltmeister in diesem Verband. Und der überhaupt letzte deutsche Weltmeister in einem der großen Verbände, Tyron Zeuge, hielt diesen Titel ebenfalls in der WBA. Im Juli 2018 hatte der Berliner Supermittelgewichtler den WM-Titel aber verloren und Deutschland ist seitdem ohne richtigen Weltmeister.

Bivol wird Super-Champion

Möglich wurde diese plötzliche Titelchance durch die Titelvereinigungspläne des aktuellen WBA-Weltmeister Dmitry Bivol. Der Russe steigt in der WBA zum Super-Champion auf und will sich auch die Kronen der anderen Verbände holen. Dadurch kann er aber bei der WBA keine Pflichtverteidigungen mehr bestreiten, wodurch der Titel vakant ist. Deshalb hat die WBA auf der aktuell im chinesischen Fuzhou stattfindenden 98. WBA-World-Convention den Kampf zwischen Bösel und Fornling als Interims-Weltmeisterschaft angesetzt.

Bösel in der Rangliste an Nummer eins

Denn Bösel rutschte in der Rangliste der WBA jetzt an Nummer 1, sein Gegner Fornling wird an Nummer 3 geführt. Auch in den anderen drei großen Verbänden hat sich Bösel unter die Top 5 gekämpft. Bei der IBF ist der 30-Jährige die Nummer 3, bei der WBO die Nummer 4 sowie bei der WBC die Nummer 5. Auch Fornling ist überall unter den Top 15 zu finden. Dass der 30-jährige aus dem Hamburger Boxstall EC Boxing im Dezember 2018 ausgerechnet gegen seinen Stallkollegen Karo Murat sich den IBO-Titel holte, rundet das Duell in Halle zusätzlich ab. Schließlich bezog Bösel im Juli 2017 ausgerechnet gegen Murat seine bisher einzige Niederlage als Profi. „Fornling sehe ich da als indirekte Revanche. Er schlägt viel und das mit viel Tempo. Aber ich bin bereit“, schaute Bösel vor einem Monat beim ersten Medientermin auf diesen Kampf voraus. Neben seinen Sparringseinheiten im Hallenser Boxstall bereit sich der Freyburger wie schon vor seinen letzten Kämpfen in der Leipziger Median-Klink vor. Dort arbeitet der Halbschwergewichtler speziell an seiner Stabilität und Beweglichkeit.

Für Bösel erfüllt sich ein Traum

Schließlich will Bösel, der zuletzt im April gegen Timy Shala seinen EM-Titel verteidigte, die große Chance nutzen. „Seit April trainiere ich jetzt schon für diesen Kampf. Dass es nun auch um den WBA-Titel geht, ist echt der Wahnsinn. Damit geht ein Traum in Erfüllung“, kann es Bösel kaum erwarten.

Dass ihm ausgerechnet in seiner Heimatregion die WM-Tür geöffnet wird, ist natürlich eine zusätzliche Motivation. Bösel: „Dass habe ich meinem Promoter Ulf Steinforth zu verdanken“. Der SES-Macher war in dieser Woche nämlich beim WBA-Kongress in China dabei und hat durch seine guten Kontakte das Duell um die WM-Krone überhaupt erst möglich gemacht.

Maske als Experte am Ring

Dieser Kampf wird auch noch durch den neuen Experten beim MDR, der den Kampf ab 22.35 Uhr überträgt, aufgewertet. Dann wird nämlich Box-Ikone Henry Maske am Ring sitzen. Und der frühere Halbschwergewichts-Champion traut Bösel auch viel zu. Maske: „Ein technisch starker Boxer, der auch eine gute Übersicht im Ring hat. Aber auch Sven Fornling keine ich ganz gut und bin mir deshalb sicher, dass das ein richtig guter Kampf werden wird.“