Magdeburg l Max Appel hat die vergangenen Tage in Ratzeburg verbracht. Für den einen eine Oase der Ruhe. Für den Ruderer vom SC Magdeburg ein Ort der größten Kraftanstrengung. Bei Regen, Wind oder Sonnenschein hat der 23-Jährige in Richtung Europameisterschaft in Luzern (Schweiz/30. Mai bis 2. Juni) trainiert. Im Doppelvierer mit Karl Schulze, Timo Piontek und Lars Hartig. Appel berichtet: „Das Boot ist auch bei relativ niedrigem Aufwand schnell und dynamisch.“ Oder anders: In diesem Boot fühlt sich Max Appel sehr wohl.

Und so möchte er sich auch nach der EM fühlen. In seiner bisherigen Geschichte über die kontinentalen Titelkämpfe fehlt immer noch das Kapitel: Medaille. Mit Piontek ist er im Doppelzweier 2017 im tschechischen Racice auf Rang vier gefahren. In jener Klasse erreichte er im vergangenen Jahr in Glasgow (Schottland) den siebten Platz mit Stephan Riemekasten. Und auch in seiner Bilanz bei Weltmeisterschaften wurde bislang kein Edelmetall gebucht. Ein achter Platz 2017. Ersatzmann 2018.

Ein Feld mit 14 Booten

Sind für Max Appel also in diesem Jahr aller guten Dinge drei? „Ich möchte aus Luzern mit einer Medaille nach Hause kommen“, gibt er zumindest als erstes Ziel vor. Aber es wird ein harter Kampf im Feld der 14 Boote. Nicht zuletzt, „weil andere Nationen einen Vorsprung von zwei, drei Monaten haben“, erklärt Appel.

In anderen Ländern wie den Niederlanden steht die Besetzung nämlich schon länger fest. Dieses Quartett kommt also eingefahren an den Rotsee in der Schweiz. „Das ist allein vom Kopf her natürlich ein Vorteil.“ Dagegen trainieren die vier Herren des Deutschen Ruderverbandes (DRV) erst seit zwei Wochen, seitdem sie für die EM nominiert wurden, miteinander. „Aber die Grundlagen stimmen und auch technisch kommen wir gut zusammen“, berichtet Appel.

Es geht ums WM-Ticket

Es ist ja nicht irgendein Boot, in dem Appel sitzt. Der deutsche Doppelvierer hat bei den beiden letzten Sommerspielen in London und Rio jeweils Gold abgeräumt, wenngleich „mit einer komplett anderen Besetzung“. Nur Karl Schulze ist geblieben. Die Schlagfrequenz gibt nun der 28-jährige Hartig vor. „Die Erwartungen sind da“, spürt Appel. „Und wir versuchen, an die Erfolgsgeschichte anzuknüpfen.“

Zuerst mit einem guten Ergebnis bei der EM, mit dem sich das Team zugleich das Ticket zur Weltmeisterschaft in Linz (Österreich/26. August bis 1. September) sichern will. Und würde es dort mit einer Medaille klappen, erklärt Appel, „dann hätten wir eine Basis für die Olympischen Spiele in Tokio gelegt“. Denn bei der WM geht es bereits um den Quotenplatz für die Spiele in Japan.