Rotterdam/Magdeburg l Während die Ruderer aus Sachsen-Anhalt immer noch jubelten, vermasselte der Deutschland-Achter seine WM-Generalprobe gewaltig: Beim Weltcup im niederländischen Rotterdam wurde das Prestigeboot von Trainer Uwe Bender von den Briten deklassiert. 3,06 Sekunden Rückstand nach 2000 Metern sind in dieser Disziplin eine Welt. Die Mannschaft um Schlagmann Hannes Ocik verteidigte zwar ihren zweiten Platz mit 5:50,88 Minuten. Aber die Enttäuschung zog sich nach der Zielankunft sogleich sichtbar durch das gesamte Boot.

„Wir haben erwartet, dass die Briten ein großer Rivale sein werden, und das sind sie auch. Wir waren von Anfang an gut und haben unser Bestes gegeben“, fand Jakob Schneider vor dem WM-Trainingslager in Völkermarkt (Österreich) dennoch versöhnliche Worte nach der ersten Saisonniederlage.

Diese wird Maximilian Planer aus Bernburg und Max Appel vom SC Magdeburg allenfalls überrascht haben. Mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Linz (Österreich/26. August bis 1. Septmber) haben diese beiden in Rotterdam ihre ganz eigenen Ausrufezeichen gesetzt. Der 28-jährige Planer belegte im Vierer ohne Steuermann nach starkem Fight Rang drei in 6:15,94 Minuten beim Sieg der Australier (6:11,77) vor den Briten (6:14,65). „Aufgrund der schwierigen Bedingungen mit Gegenwind haben wir uns auf unsere Technik und unseren Stil konzentrert“, sagte Planer. „Das Ergebnis gibt definitv noch einmal Selbstvertrauen für die WM.“

Der 23-jährige Appel feierte mit Silber das erste Weltcup-Podest seiner Karriere. Trotz Umbesetzung im Boot. Denn Trainer Marcus Schwarzrock ließ für Lars Hartig diesmal den erfahrenen Hans Gruhne (30) das Quartett als Schlagmann anführen. Es gewannen die starken Polen (6:00,80) vor den Deutschen (6:01,90) und Europameister Niederlande (6:02,00).

„Einen schönen Endspurt sind sie gefahren“, freute sich auch Appels Heimtrainer Roland Oesemann, der das Rennen im Livestream verfolgte. „Wir haben gut zusammengearbeitet“, bestätigte Appel und zog zudem das Fazit: „Auf Schlagdistanz zu den Polen, den Europameister bezwungen: Das Ergebnis ist eine gute Ausgangsposition für die WM.“ Die hat sich auch der Doppelvierer der Frauen mit dem Sieg in Rotterdam geschaffen - allerdings ohne Julia Lier. Die 27-Jährige aus Halle hat sich laut Bundesstützpunktleiter Bernd Stumpe einen Ermüdungsbruch zugezogen und fällt für den Rest der Saison aus.