Schollene l Die Tische im Wohnzimmer sind herbstlich dekoriert, eine Sektflasche steht zum Öffnen bereit. Ingeburg Heyer aus Wust hatte Geburtstag – Grund zum Anstoßen! Einen Moment warten die Senioren und Betreuer noch. Denn die gerade 83 Jahre alte gewordene Wusterin und Sigrid Haberland aus Großwudicke sind noch in der Küche. Hier haben sie Freude daran, Köchin Simona Grzella zur Hand zu gehen. Das Geschnetzelte für den heutigen Tag ist zwar schon fertig. Aber der Eierstich für die Suppe am Mittwoch muss noch zubereitet werden.

Also immer was los in der Tagespflege. „Ich komme so gern hierher“, schwärmt Ingeburg Heyer. Anfangs noch etwas skeptisch, kommt sie nun jeden Tag in der Woche. „Zu Hause bin ich allein. Hier ist immer was los, ich bin unter Leuten, da verkalkt man nicht“, lacht sie und stößt mit den anderen auf ihren Geburtstag an.

Gut ein Jahr Bauzeit

Auch Sabrina Müller steht inmitten der Runde und wird beim Blick in lachende Gesichter bestätigt: Alles richtig gemacht! 2008 hatte sie ganz klein mit dem mobilen Pflegedienst begonnen. Der wuchs von Jahr zu Jahr und der Wunsch, auch eine Tagespflege anzubieten, wurde immer größer. Mit dem alten Schollener Schulgebäude direkt im Ortszentrum neben dem Kindergarten und gegenüber der Arztpraxis fand sie den idealen Platz. Aber der bedeutete, auch viel umzubauen. Im Sommer 2019 ging es los. Und auch, wenn es sich um einen alten Bau handelt – böse Überraschungen gab es nicht. So lief alles wie am Schnürchen. Zu Wochenbeginn erfolgte die abschließende Brandschutzabnahme und jetzt ist auch der Fahrstuhl fertig. Während sich im Untergeschoss das Wohnzimmer samt angebautem Wintergarten als Ruhebereich und die Küche befinden, gibt es im zweiten Geschoss zwei Bereiche für die Kurzzeitpflege. Und ganz oben unterm Dach befinden sich die Büros und die Aufenthaltsräume für die Schwestern.

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Montags bis freitags kommen die Senioren, um den Tag in Gemeinschaft zu verbringen – manche einen Tag pro Woche, manche zwei und einige auch alle fünf Tage. Mittwochs ist das Haus mit 20 Tagesgästen bereits ausgebucht, donnerstags sind es vor allem Männer, die sich mit Skatspielen die Zeit vertreiben. Dienstags geht es etwas ruhiger zu, weil die Demenzkranken besondere Aufmerksamkeit brauchen.

Tag der offenen Tür am 15. Oktober

Wer einen Blick hinter die einstigen Mauern der Schule werfen und sich gern auch über die Möglichkeiten der Betreuung informieren möchte, kann das beim Tag der offenen Tür am 15. Oktober tun. Von 8 bis 16 Uhr heißen Sabrina Müller und ihr Team Besucher willkommen.

Ganz fertig ist das Projekt noch nicht, die Außenanlagen fehlen noch. Sie werden erst im Frühjahr angelegt, jetzt soll erst einmal Ruhe einkehren. Und wenn dann das Frühlingswetter nach draußen lockt, sind Terrasse und Garten fertig.

Vorher aber erweitert Sabrina Müller ihren Bereich. Ab 1. November werden auch Pflegebedürftige aus dem Bereich Rathenow versorgt. Dafür sind zwei neue Arbeitskräfte eingestellt worden. Auch jetzt für die Tagespflege wurde der Personalbestand auf 28 aufgestockt. Zum Team gehört auch Sabrinas Mutter Simona Grzella, die als Köchin in der Küche steht. Und Ehemann Maik hat seinen alten Job aufgegeben und ist nun nicht nur Hausmeister, sondern holt die Senioren auch von zu Hause ab und bringt sie heim. Immer ein Späßchen auf den Lippen, fängt der Tag dann schon heiter an.