Schollene l Während Corona für den ambulanten Schollener Pflegedienst „mit Herz“ viele Herausforderungen und für Inhaberin Sabrina Müller Sorgen und schlaflose Nächte mit sich brachte – die „Nebenbaustelle“ lief reibungslos und steht kurz vor dem Abschluss.

Die ersten Umzugskartons sind gepackt und vom alten Büro in der August-Bebel-Straße in das alte Schulhaus gebracht und ausgepackt worden. In sechs Wochen, am 1. September, eröffnet Sabrina Müller das Haus für Tages- und auch Kurzzeitpflege. Senioren verbringen den Tag von 8 bis 16 Uhr zusammen mit anderen statt zu Hause in Einsamkeit. Und wenn pflegende Angehörige verhindert sind, gibt es vier Zimmer für den bis zu sechswöchigen Aufenthalt mit Betreuung Rund-Um-die-Uhr.

Von 15 auf 20 Plätze aufgestockt

Vor einem Jahr startete Sabrina Müller das ambitionierte Projekt, das schon ein paar Jährchen leerstehende Schulhaus in der Ortsmitte in Nachbarschaft zur Arztpraxis und dem Kindergarten umzubauen. „Es ist alles wie am Schnürchen gelaufen“, klopft Sabrina Müller auf Holz, damit das auch jetzt beim Endspurt so weitergeht. Auf allen drei Etagen wird gearbeitet, der Rohbau des Anbaus steht, der Schacht für den Fahrstuhl wird gerade ausgehoben. Oben unterm Dach ist das große Büro eingerichtet, nebenan im Dienstzimmer für die Schwestern ist die Küche aufgebaut. Im Erdgeschoss entstehen die Plätze für die Tagesgäste. Eigentlich sollten es 15 sein. „Aber schon gleich nach dem Baustart merkten wir, dass das Interesse so groß ist, dass wir um fünf weitere Plätze aufstockten und den Anbau auch um einige Quadratmeter erweiterten“, blickt Sabrina Müller zurück. Über zehn Senioren sind inzwischen angemeldet, „einige von ihnen aus Schollene und Umgebung kennen sich von früher und haben sich sogar schon abgesprochen, an welchen Tagen sie kommen wollen – die Männer freuen sich aufs Skatspielen“. Nicht nur die Patienten, die jetzt schon vom Pflegedienst betreut werden, können die Tagespflege nutzen, sondern gern auch andere, die den Tag nicht mehr allein zu Hause sondern in Gemeinschaft verbringen wollen. Plaudern, Ruhe genießen, beim Kochen helfen, Spaziergänge durch Schollene und auch mal Ausflüge in die Umgebung – Langeweile wird nicht aufkommen. Um die Pflegebedürftigen von zu Hause abzuholen, hat Sabrina Müller jetzt zwei Kleinbusse angeschafft, in denen auch Rollstühle transportiert werden können.

Einweihungsfest im Oktober

Die kommenden Wochen werden kräftezehrend. „Aber ich kann mich auf meine Familie und mein Team verlassen“ ist Sabrina Müller dankbar. Ein Beispiel für das 20-köpfige Team: Während der Coronazeit mit den ganz strengen Auflagen bei der Pflege der Patienten waren stets alle Schwestern an Bord, „seit Februar gab es nicht einen einzigen Krankenschein. Meist wird bis an die Grenze der Belastbarkeit gearbeitet. Zum Glück sind die ganz strengen Richtlinien nun gelockert, auch wenn wir natürlich weiterhin strenge Hygieneregeln beachten.“ Wenn es weitere Lockerungen gibt, findet im Oktober ein Einweihungsfest statt.