Leipzig (dpa) - Das Erbe von Ralf Rangnick ist für Julian Nagelsmann schon schwer genug. Und als Champions-League-Starter erwartet jedermann einen Sieg an diesem Sonntag (18.30 Uhr/Sky) zur Liga-Premiere mit RB Leipzig beim Überraschungsaufsteiger 1. FC Union Berlin.

Sollten die Eisernen dem ungeliebten und von Red Bull alimentierten Fußball-Club den Auftakt vermiesen, könnte der Start schwierig werden. Denn mit dem ersten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach mit dem ehemaligen Salzburg-Coach Marco Rose wartet vor dem Knaller gegen Bayern München ein schweres Auftaktprogramm auf die Sachsen. Um Druck zu nehmen, gibt's von Vorstandschef Oliver Mintzlaff vorab eine Job-Garantie. "Der Trainer muss nicht nervös werden, wenn es mal die eine oder andere Niederlage gibt. Wir wissen, dass das eine neue Zeitrechnung ist und sich Dinge verändern und es dafür eine gewisse Eingewöhnung braucht", sagte der 43-Jährige der "Mitteldeutschen Zeitung".

Nagelsmann nimmt es ohnehin gelassen. "Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Bei meinem ersten Spiel mit Hoffenheim war sehr viel Nervosität dabei, das war mehr Druck und Überlebenskampf. Jetzt ist es Vorfreude", sagte der 32-Jährige, der sich auch zum Stimmungsboykott der Union-Fans äußerte: "Man darf nicht vergessen, dass der Boykott nicht im ganzen Stadion stattfindet. Wir haben Fans dabei, die laut sein werden."

Mit RB-Übervater Rangnick war der Austausch bisher aus zeitlichen Gründen begrenzt. Am Mittwoch schaute der Ex-Sportdirektor beim Training vorbei, einen Tag später gab's ein längeres Telefonat. "Da haben wir uns über die Vorbereitung und einzelne Spieler ausgetauscht. Das war interessant", sagte Nagelsmann.

Zudem hat Nagelsmann gerade andere Sorgen. Vor dem Spiel bei Union sind in Diego Demme, Ibrahima Konaté zwei Stammspieler fraglich. In Dayot Upamecano wird ein dritter definitiv ausfallen. Immerhin sind Nationalspieler Marcel Halstenberg, Marcel Sabitzer, Emil Forsberg und Kevin Kampl wieder fit.

Unruhe verbreitet weiterhin die Personalie Timo Werner. Der Verein wollte erst nach dem DFB-Pokalfinale Klarheit über seine Zukunft, setzte dann ein Ultimatum vor dem Pflichtspielstart. Doch in der Causa des Nationalstürmers herrscht eher Stillstand - alles läuft auf einen ablösefreien Wechsel im kommenden Sommer hinaus, wenn der Vertrag des 23-Jährigen ausläuft. Julian Nagelsmann plant mit dem gebürtigen Schwaben. Er will ihm mehr Lösungsmöglichkeiten - gerade gegen tief stehende Gegner - an die Hand geben. In den Vorbereitungsspielen blieb Werner torlos. "Timo fehlt das Tor", sagte Nagelsmann.

Er braucht den einstigen Torgaranten, wenn er wie geplant "etwas Blecherness" mit RB Leipzig holen möchte. "Ich will nicht nur Spiele, sondern auch Größeres gewinnen", sagte der 32-jährige, der sein Team vor allem taktisch fordern will. Statt 4-4-2 lässt er ein 3-5-2 spielen. Diese Kniffe sind auch für die bislang auf Dauer-Pressing ausgerichteten Leipziger eine neue Herausforderung. Da kann noch nicht alles greifen, zumal Nagelsmann schon die magere Kommunikation auf dem Platz bemängelte: "Es herrscht mir zu viel Stille."

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