Shoppen in Halle Das „Weihnachtsplätzchen“ am Reileck: Was Künstler am Hr. Fleischer Kiosk verkaufen
Zur Adventszeit verwandelt sich der „Herr Fleischer Kiosk“ am Reileck in einen Weihnachtsmarkt. Was die Künstler dort anbieten.

Halle (Saale)/MZ. - Vom Marktplatz über den Domplatz bis nach Büschdorf: Über 20 große und kleine Weihnachtsmärkte gibt es in der Adventszeit in Halle. Der Allerkleinste ist am Reileck. Auf einem Raum von gerade einmal 18 Kubikmetern verkaufen zwölf Künstler im „Herr Fleischer Kiosk“ in der Händelstraße ein buntes Sortiment an selbstgemachten Produkten.
Im „Weihnachtsplätzchen“, wie der Adventsmarkt sich nennt, gibt es neben handbemalten Baumkugeln, Strümpfen, Karten und Keramik auch warmen Apfelpunsch und Plätzchen gegen Spende. Passanten kommen zum Stöbern oder auf einen kleinen Plausch mit den Künstlern, die im Kiosk ihre Waren verkaufen. „Der Umsatz läuft je nach Wochentag sehr unterschiedlich“, sagt Charlotte Ehrt, die ihre selbstgenähten Handpuppen verkauft. „Die meisten gucken erstmal und kommen später wieder, um etwas zu kaufen“.
Es sei wichtig, halleschen Künstler eine Plattform zu bieten, damit diese ihre Arbeiten ausstellen und zum Verkauf anbieten können. „Viele von uns sind selbstständig und leben davon“, sagt Ehrt. Das Sortiment in der Adventsgalerie wird von den Designern und Künstlern ausgewählt, die im Trägerverein ehrenamtlich aktiv sind. Viele von ihnen stellen selbst ihre Waren aus, so wie Charlotte Ehrt.
Kultort in Halle
Bevor der Kiosk zum Kunstraum wurde, gehörte er Hans-Jürgen „Hansi“ Fleischer, der im Januar verstarb. Im Jahr 2009 verkaufte er seinen Kiosk an die Künstler, die diesen zu einem kreativen Raum umbauten und nach seinem ehemaligen Besitzer benannten. Das Besondere an diesem halleschen Kultort ist auch die Bauart. „Der Kiosk K600 aus DDR-Zeiten ist ein architektonisches Kleinod“, sagt Anett Hoffmann, Modedesignerin und Gründungsmitglied des Vereins. Nur noch fünf Typen davon gebe es in ganz Ostdeutschland. In Weimar steht ein ähnlicher Kiosk, der von Studenten der Bauhaus-Universität ebenfalls als Kunstraum bespielt wird.
Während in der Adventszeit der Kiosk zum „Weihnachtsplätzchen“ wird, laufen die Planungen für das nächste Jahr. „Wir haben wieder ein buntes Programm mit monatlichen Ausstellungen und Projekten“, sagt Hoffmann. Im Februar wolle man das 15-jährige Jubiläum feiern. Über das Jahr können sich Besucher auf interaktive Formate freuen, bei denen sie Drucktechniken üben oder sich von Künstlern porträtieren lassen können. Auch Renovierungen sind 2025 fällig. Eine neue Tür muss gebaut werden, für die trotz Förderungen noch Spendengelder gesammelt werden.
Die Adventsgalerie ist Di. bis Fr. von 14-18 Uhr, Samstag von 11-17 Uhr und Sonntag von 14-17 Uhr bis 23. Dezember geöffnet.