DDR-Bürgerrechtler Walter Schilling ist tot

30.01.2013, 11:11

Braunsdorf/Dresden - Der Thüringer DDR-Bürgerrechtler Walter Schilling ist tot. Schilling, der die Offene Jugendarbeit in der DDR maßgeblich mitprägte, starb am Dienstag im Alter von 82 Jahren im thüringischen Braunsdorf-Dittrichshütte, wie Sachsens Stasiunterlagen-Beauftragter Lutz Rathenow am Mittwoch in Dresden mitteilte. "Er war ein Mutmacher für das Anderssein", sagte Rathenow über den Theologen, den er aus der gemeinsamen Bürgerrechtsbewegung kannte. Schilling sei "Inspirator, radikaler Vermittler und moderierender Radikaler" gewesen.

Schilling, der in Jena Theologie studiert hatte, engagierte sich für den "Kirchentag von unten", was ihm auch innerhalb der Evangelischen Kirche nicht nur Freunde machte. Er öffnete seine Kirche bedrängten Jugendlichen und politisch in Not geratenen und gedemütigten Menschen. Für seinen Widerstand gegen die Missachtung der Menschenrechte in einer Diktatur wurde Schilling 1995 mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet. Er nahm die damals erstmals vergebene Ehrung mit dem damaligen Oberbürgermeister der bosnischen Stadt Tuzla, Selim Beslagic, entgegen. Die Trauerfeier soll an diesem Samstag in der Kirche in Braunsdorf bei Saalfeld stattfinden.