Experte moniert Altersfeststellung bei minderjährigen Flüchtlingen

24.12.2013, 09:51

Magdeburg - Deutsche Behörden stufen aus Sicht von Experten allein und ohne Papiere eingereiste Flüchtlingskinder häufig fehlerhaft als volljährig ein. "Die Altersfeststellung nach einer Inaugenscheinnahme ist an der Tagesordnung", sagte Roland Bartnig vom Vorstand des Bundesfachverbandes unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zur Nachrichtenagentur dpa in Magdeburg. In vielen Fällen werden sie seiner Ansicht nach dabei älter gemacht, um Kosten zu sparen. Es gebe zwar sicher Flüchtlinge, die versuchten, sich mit Falschangaben in Hilfe "hineinzulügen", allerdings dürfe es keine pauschale Verurteilung geben, betonte Bartnig.

Sachsen-Anhalts Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck kritisiert das Verfahren zwar auch als fehlerhaft. Ein anderes Mittel gebe es aber nicht. Selbst Ärzte könnten das Alter nicht sicher feststellen.