FCM-Präsident zur Situation im Verein

Rehboldt bleibt Optimist und glaubt an Wende zum Besseren

06.10.2010, 04:20

Magdeburg. Da hatte Volker Rehboldt, seit fast sechs Jahren mehr oder weniger leidgeprüfter Präsident des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg, endlich einmal auf eine entspannte Saison ohne Aufstiegsdruck gehofft, und dann das: Nach neun Spieltagen trennt die Elbestädter, die zuletzt fünf Niederlagen in Folge kassierten, nur noch das bessere Torverhältnis von einem Abstiegsplatz.

Also wieder Stress für den 42-Jährigen, der sich zu Beginn der laufenden Serie selber einen "Maulkorb" verpasst hatte und nur noch Trainer Ruud Kaiser und Manager Rüdiger Bartsch zu sportlichen Dingen sprechen lassen wollte. Bislang hat sich Rehboldt auch daran gehalten. Die Frage lautet allerdings: Wie lange noch? Denn innerlich dürfte es in ihm brodeln ...

"Wir reden nach wie vor mit einer Stimme. Das kann man durchaus so ausdrücken, weil Trainer und Manager wirklich stets einer Meinung sind", sagt Rehboldt und betont: "Der Weg eines Neuanfangs ist mitunter ein beschwerlicher. Nach vier Spieltagen waren wir als Tabellenführer rasend schnell im Orbit, sind nach einem heftigen Aufprall aber mittlerweile wieder hart gelandet."

Mag der eine oder andere über solche Formulierungen schmunzeln, die Realität ist alles andere als zum Lachen. Denn die sportliche Talfahrt, zuletzt beim 0:2 in Cottbus gekoppelt mit Disziplinlosigkeiten (Gelb-Rot für Tobias Becker und Daniel Halke) ist schon beängstigend und hat natürlich auch finanzielle Folgen. So droht im nächsten Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz (17. Oktober) ein neuer Zuschauer-Minusrekord in der MDCC-Arena.

Dennoch bleibt Rehboldt (Zweck-?)Optimist, glaubt fest daran, dass in Kürze die Wende gelingt. Seine Begründung: "Weil die Mannschaft zu Beginn der Saison mit attraktivem und engagiertem Fußball gezeigt hat, dass sie es kann." Und: "Wenn es dann plötzlich nicht mehr läuft, ist das häufig auch eine Kopfsache. Deswegen sollte man immer die nötige Geduld aufbringen."

Geduld, die Präsidium und Aufsichtsrat mit dieser Mannschaft einschließlich sportlicher Leitung auch weiterhin haben. Aber sicherlich nicht unbegrenzt. Die Frage, wie Rehboldt reagiert, wenn die Talfahrt weiter anhält, klammert der Club-Chef (vorerst) bewusst aus. Denn er weiß es am besten: Während seiner Regentschaft hat es zwar diverse Trainerwechsel beim FCM gegeben (Paul Linz kam 2008 für Dirk Heyne, Steffen Baumgart ein Jahr später für Linz, Carsten Müller löste wiederum ein Jahr danach Baumgart als Interimstrainer ab, und seit Juli 2010 schwingt Kaiser das Zepter), keine dieser personellen Veränderungen auf dem Chefsessel hat aber letztlich das gewünschte Ergebnis gebracht.