Handball

SCM fehlt die Cleverness

Die starke Serie des SCM, der 22 Spiele in Folge ungeschlagen blieb, endete mit einem 29:32 gegen abgezockte Flensburger.

Magdeburg l Die Lautstärke der Musik in der Flensburger Kabine nach dem 32:29 beim SCM am Ostersonntag zeigte deutlich, dass der Sieg in der Getec-Arena für den Spitzenreiter alles andere als eingeplant war. Schließlich war der SCM zuvor 22 Pflichtspiele lang ungeschlagen geblieben und hatte  vor knapp zehn Jahren die letzte Heimniederlage gegen Flensburg kassiert.

Und zunächst sah auch alles danach aus, dass die Grün-Roten auf Erfolgskurs bleiben. Die Gastgeber drückten von Beginn an ordentlich aufs Tempo und wirkten bissiger. Und als nach 20 Minuten  beim Stand von 12:9 für den SCM die Gäste ihren Spielmacher Jim Gottfridsson nach einem Foul an Marko Bezjak mit der Roten Karte verloren, schien endgültig alles für den SCM zu laufen. Doch es kam genau anders. Weil das Schiri-Duo Nils Blümel/Jörg Loppaschewski aus Berlin  wohl auch so ein bisschen  Ausgleich zur harten Rot-Entscheidung schaffen wollte, gab es zwei strittige Pfiffe gegen den SCM, was Flensburg in Unterzahl eiskalt zu zwei Toren nutzte.

SCM-Trainer Bennet Wiegert: „Danach haben wir uns zu sehr mit den Schiedsrichtern beschäftigt und dadurch unsere Linie verloren. Da müssen wir einfach cleverer werden.“ Als Ex-Magdeburger wusste Maik Machulla im Glücksgefühl auch einzuordnen, dass die leere Halle den Gästen entgegen kam.  Mit einer rappelvollen Getec-Arena wäre der SCM wohl in dieser Phase zu einem klaren Pausen-Vorsprung getragen worden. So hieß es aber beim Gang in die Kabine 17:18. „Das müssen wir  viel besser machen“, ärgerte sich Christian O’Sullivan.

Als die Gastgeber nach dem Seitenwechsel sogar ein 20:25 aufholten und das Momentum auf Magdeburger Seite war, hätte die Halle richtig gewackelt. Sie wackelte aber nicht. Flensburg zog wieder davon und gewann als reifere Mannschaft letztlich verdient.

Das erkannte auch Wiegert an: „Über 60 Minuten war Flensburg besser. Obwohl wir kein schlechtes Spiel gemacht haben, hat uns im entscheidenden Moment der Killerinstinkt gefehlt. Wir müssen daraus lernen. Um künftig auch solche Spiele gegen ein Spitzenteam zu gewinnen, brauchen wir einfach mehr Kaltschnäuzigkeit und müssen nach unseren guten ersten zwanzig Minuten unser Ding weiter machen. Egal, wer dann auf der Platte steht.“

Nach der Pause kam es übrigens auch noch zu einem kleinen Eklat zwischen Machulla und dem TV-Sender Sky. Der Flensburger Coach war der Meinung, dass über das Sky-Mikrofon die Magdeburger seine Anweisungen abhören können.   Deshalb beförderte er  das Sky-Mikrofon auf die leeren Ränge und ließ dann auch kein Mikrofon in den Auszeiten mehr zu.  Sky und der SCM wiesen diesen Vorwurf natürlich zurück. Wiegert: „Das kam wohl davon, weil  ich bei einem Angriff der Flensburger mal laut vor einem Kempa-Trick gewarnt habe. Aber das war ein Ergebnis der Analyse ihrer letzten Spiele.“

Für den SCM geht es jetzt darum, am Sonntag in Nordhorn und nächsten Dienstag in Kristianstad eine neue Serie zu starten. Wiegert: „Auch wenn wir das Gefühl einer Niederlage nicht vermisst haben, müssen und werden wir auch damit umgehen. Und unsere Serie war ja eigentlich schon unnormal. Deshalb bin ich auch stolz auf die Jungs, was sie in den letzten Monaten geleistet haben.“