Tatort Schlosskeller Video: Theaterpremiere - "Die Schlossgeister" aus Harzgerode präsentieren ihre Mordsgeschichte
Bei den Schlossgeistern, dem Harzgeröder Theaterverein, wird in diesem Jahr munter gemordet. Die Amateurschauspieler bringen den Edgar-Wallace-Klassiker „Das indische Tuch“ auf die Bühne.

Harzgerode/MZ - Monatelang haben sie auf dieses Wochenende hin gearbeitet, ihre Texte gelernt, die Einsätze geprobt, das detailverliebte Bühnenbild kreiert. Jetzt war’s soweit.
Im Schlosskeller in Harzgerode haben die Schlossgeister – so heißt der ortsansässige Theaterverein – am Wochenende Premiere gefeiert und diesen kurzerhand in einen Tatort verwandelt. Überall rot-weißes Polizeiabsperrband. Schon im Eingangsbereich konnten die Zuschauer erahnen, worauf sie sich einlassen würden, zeichneten sich auf dem Boden doch Leichenumrisse ab; auf der Treppe musste scheinbar das nächste Opfer dran glauben. Und auf der Bühne, da wurde munter weiter gemordet.
In einer Bearbeitung von Bernd Spehling führen sie es als schaurig-lustige Kriminalkomödie auf. Nach dem Premierenwochenende sind noch weitere Vorstellungen in Harzgerode und Straßberg angesetzt. Karten gibt es jedoch keine mehr. Im Stück versammelt sich die Erbengemeinschaft – nach dem ebenfalls unnatürlichen Ableben des alten Lords Lebanon – zur Testamentseröffnung. Der Verblichene stellt aber eine Bedingung an seine potenziellen Erben: Sie sollen sechs Tage und sechs Nächte in seinem Schloss bleiben.

Warum „Das indische Tuch?“ „Unser Publikum kennt die ganzen Edgar-Wallace-Filme noch von früher. Wenn wir zu DDR-Zeiten ins Kino gegangen sind, dann lief die Olsenbande oder Edgar Wallace oder Gojko Mitić“, sagt Detlef Böttcher, der den Testamentsvollstrecker Frank Tanner spielt, „und uns hat auch gefallen, dass das Stück so schön umgeschrieben, so humorvoll gestalt wurde.“
Die größte Herausforderung war für die Schlossgeister ihm zufolge logistischer Art: Denn das Stück ist eigentlich für eine viel größere Bühne konzipiert.