Pokljuka (dpa) - Der frühere Biathlon-Weltmeister Erik Lesser will seine letzte Chance auf die sportliche Qualifikation für die WM nutzen, könnte aber auch mit einem Scheitern leben.

"Die Sonne scheint in Antholz auch ohne mich und die Jungs werden in der Staffel auch ohne mich eine Topleistung zeigen. Das Team braucht nicht zwingend einen Erik Lesser", sagte der Thüringer vor dem Massenstart am Sonntag (12.15 Uhr/ARD und Eurosport) in Pokljuka. Mit einem Ergebnis unter den Top acht könnte der 31-Jährige das Ticket für die Titelkämpfe in Italien (13. bis 23. Februar) aber noch direkt lösen.

Das ist Lessers Ziel. Nur für gute Stimmung will er nicht mitreisen. "Irgendeiner hat geschrieben, Erik Lesser ist der Lukas Podolski der Biathlonmannschaft. Das ist schön, dass man mich so sympathisch empfindet, aber am Ende zählt die sportliche Leistung", sagte er. Fußballer Podolski hatte in der Nationalmannschaft den Ruf, am Ende nicht immer ausschließlich nur aus Leistungsgründen dabei zu sein.

Mit Platz 20 zeigte Lesser am Donnerstag in Slowenien sein bestes Saisonrennen. Damit war er der Viertbeste, der nicht unter den ersten 25 im Gesamtweltcup stand und kann so im Massenstart dabei sein. "Anscheinend ist es nicht gut genug für ganz vorne. Ich kenne die Gründe", sagte Lesser. Konkret wurde der Routinier, der seit 2013 bei allen Großereignissen der Skijäger dabei war, zwar nicht, spielte aber wohl auf seine seit Monaten anhaltenden Rückenprobleme an.

Lessers Teamkollegen würden dem zweimaligen Silbermedaillengewinner bei Olympia die Teilnahme gönnen. "Es ist schade, wenn er nicht dabei ist. Aber die Besten sollen sich qualifizieren", sagte Benedikt Doll.