Schönebeck l Es ist das nächste große Projekt: Die Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereines Schönebeck (Elbe) laden mit Unterstützung der Stadt Schönebeck und dem Land Sachsen-Anhalt zu einem internationalen Treffen in die Elbestadt ein. Das teilte der Vorsitzende des Partnerschaftsvereines, Markus Baudisch, der Volksstimme mit. Anfang Juli findet ein multilateraler Workshop mit Teilnehmern aus Litauen, Türkei, Schweden und den Gastgebern aus Deutschland statt.

„Für uns als Verein ist das eine große Aufgabe“, berichtet Markus Baudisch. Nicht ohne Grund stellt sich der Städtepartnerschaftsverein an die Spitze der Partnerschaftsaktion: Von Schönebeck geht die Initiative aus, dass es zwischen den Partner- und Freundschaftsstädten noch mehr gemeinsame Aktionen geben soll – insbesondere auf dem Gebiet der Jugendarbeit.

Erinnerungen an bessere Zeiten

Viele Schönebecker blicken noch heute auf den jahrelangen Jugendaustausch mit der türkischen Stadt Söke zurück. Vor allem in den Jahren nach der Wende kam es in jedem Jahr zu Reisen in die Partnerstadt beziehungsweise von türkischen Jugendlichen an die Elbe. Doch mit immer knapper werdenden finanziellen Mitteln in Schönebeck und den politischen Veränderungen in Söke kam das Jugendprojekt zum Erliegen.

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Anfang Juli sind nun für fünf Tage Akteure aus den Kommunen eingeladen, zu denen die Stadt Schönebeck Partnerschaften beziehungsweise Freundschaften pflegt. Mit in die Runde aufgenommen ist die Gemeinde Hylte (Schweden). Hinzugezogen werden könnten auch Vertreter aus der Partnerstadt Garbsen (Niedersachsen). Wie der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereines weiter berichtete, beruhen die bisherigen Kontakte und gemeinsamen Projekte nur auf bilateraler Ebene – also immer von Schönebeck aus mit einer Partnerstadt. Zudem beschränkten sich diese, abgesehen von bei einer vom Verein initiierten Bürgerbegegnung mit Trakaiern in Schönebeck und vom Städtepartnerschaftsverein organisierten Fahrten, lediglich auf Kontakte und gegenseitige Besuche offizieller Repräsentanten.

„Wir wollen nun versuchen, das zu ändern. Deshalb laden wir alle Beteiligten zu einem Workshop zur Planung multilateraler Partnerschaftsprojekte ein“, erklärt Markus Baudisch. Mit diesem Treffen sollen persönliche Beziehungen zwischen den Akteuren der Kommunen, insbesondere im Bereich der freien Jugendarbeit als Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit, geschaffen werden. Was das konkret heißt, beschreibt Baudisch so: „In dem Workshop soll eine Idee für ein greifbares Projekt für eine multilaterale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Jugendarbeit oder des Jugendaustausches in naher Zukunft – vielleicht im Jahr 2020 – entstehen und eine konkrete Planung für ein solches Projekt begonnen werden.“ Vorstellbar wäre zum Beispiel ein internationales Jugendtreffen an jeweils wechselnden Orten oder ein regelmäßiger Jugendaustausch mit mehreren beteiligten Kommunen.

Staatskanzlei und Stadt helfen

Finanziert wird der fünftägige Workshop vom Städtepartnerschaftsverein und der Staatskanzlei des Landes Sachen-Anhalt. Die Stadt Schönebeck stellt Logistik zur Verfügung. Die Vorbereitungen für dieses internationale Treffen laufen beim Verein bereits seit mehreren Monaten. Die Mitglieder des Städtepartnerschaftsvereines freuen sich darauf, am 2. Juli Gäste aus drei verschiedenen Ländern in der Elbestadt begrüßen zu dürfen: aus der Türkei, aus Litauen und aus Schweden.