Magdeburg l Ein Lächeln huschte über das Gesicht von Abu Hanna. Endlich durfte er das FCM-Trikot tragen. Es war zwar nur ein Testspiel gegen den Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt (3:1), trotzdem war ihm die Freude deutlich anzumerken. „Es war toll, mal wieder 90 Minuten auf dem Platz zu stehen“, sagt er. Das letzte Spiel über die volle Distanz liegt Monate zurück: Es war am 24. Februar im Trikot des 1. FC Kaiserslautern beim 1:2 in Aue.

Schwierigste Zeit der Karriere

Nach dem Wechsel zum FCM hatte sich Abu Hanna viel vorgenommen. Doch bereits zu Beginn der Vorbereitung in Rathenow musste er einen Rückschlag verdauen. Der Spieler mit der Rückennummer 20 musste angeschlagen ausgewechselt werden. Zunächst wurde eine Oberschenkelzerrung diagnostiziert, nach einer MRT-Untersuchung gab es die deutlich schlimmere Gewissheit: Muskelfaserriss. „Für mich war das bisher die schwerste Zeit in meiner noch jungen Karriere“, gibt er zu. „Ich war gerade neu im Verein, hatte mir viel vorgenommen und dann wurde ich so ausgebremst.“

Vier Wochen brauchte der Defensivspezialist, um sich wieder an die Mannschaft heranzukämpfen. In dieser Zeit wird eine Verletzung auch immer zur Kopfsache. Das war auch bei Abu Hanna nicht anders, die Situation nagte an ihm. Trotzdem: „Ich bin ein positiv denkender Mensch. Meine Freundin und meine Familie haben mir Halt gegeben. Mein Vater ist Physiotherapeut und hat mir immer wieder gesagt, wie wichtig positives Denken für einen Heilungsprozess ist.“

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Härtel spricht Mut zu

Der ehemalige U-Nationalspieler biss sich durch, ließ nicht nach und kehrte in der Woche vor dem Liga-Auftakt ins Mannschaftstraining zurück. „Ich habe sehr hart mit Fitnesstrainer Dirk Keller gearbeitet“, betont er. „Auch Trainer Jens Härtel hat mir Mut zugesprochen und mir auch gute Trainingsleistungen bescheinigt.“

Dass jetzt mit Romain Brégerie noch ein weiterer Verteidiger geholt wurde, ist für ihn übrigens kein Problem. „Ich sehe Romain nicht als Konkurrenten, weil er für die Innenverteidigung vorgesehen ist und ich für die linke Seite. Ich habe ihn als guten Spieler und freundliche Persönlichkeit kennengelernt.“ Abu Hanna fühlt sich als Linksverteidiger in einer Viererkette oder im linken Mittelfeld in einem 3-4-3 am wohlsten.

In der Liga noch nicht im Kader

In der 2. Bundesliga reichte es bisher aber noch nicht für einen FCM-Kaderplatz. Im DFB-Pokal gegen Darmstadt (0:1) saß Abu Hanna auf der Bank, wurde aber nicht eingewechselt. „Ich hätte gerne im Pokal gespielt. Leider hat es nicht geklappt“, bedauert er, schickt aber eine klare Botschaft hinterher: „Ich bin fit und bereit, der Mannschaft zu helfen.“

Auch wenn er sich nicht zu sehr unter Druck setzen will, ist der gebürtige Troisdorfer (bei Köln) mit seiner jetzigen Situation nicht zufrieden. „Es ist doch klar, dass ich nicht mit einem Grinsen auf der Tribüne sitze. Ich will spielen, auch wenn ich weiß, dass es wegen der Verletzung gerade nicht so leicht ist.“

Er glaubt aber fest daran, dass es nicht mehr lange dauert, bis er sein Debüt im FCM-Trikot feiert. „Ich hoffe, dass ich schon am Montag in Kiel im Kader bin. Die schlimmste Situation ist, wenn der Bus zum Auswärtsspiel bereitsteht und man vorbeigehen und nach Hause fahren muss“, sagt Abu Hanna.

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