Großaspach l Laute Musik dröhnte aus der Mannschaftskabine des 1. FC Magdeburg. Nach dem 2:1 in Großaspach begleiteten die Spieler grölend solche Gassenhauer wie „Always Hardcore“ von Scooter oder „Mambo No. 5“ von Lou Bega. „Die Jungs freuen sich gerade wie die kleinen Kinder“, sagte FCM-Trainer Stefan Krämer und lachte.

Mittendrin waren Sören Bertram und Christian Beck. Wieder einmal war es nämlich der B&B-Sturm, der den FCM zum Erfolg schoss. Doch ihre Treffer in Großaspach waren dennoch für beide Angreifer besondere: Beck beendete mit seinem Schuss in der Nachspielzeit seine Torlos-Serie von 680 Minuten. Entsprechend erleichtert war er: „Ich werde das Grinsen heute nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Ich bin überglücklich, dass ich endlich wieder getroffen habe und dass das Minutenzählen vorbei ist.“

Beck trifft nach 680 torlosen Minuten

Sein siebtes Saisontor war ein besonders schönes: Nach einem Pass des eingewechselten Manfred Osei Kwadwo stand Beck auf der rechten Seite im Strafraum völlig frei, nahm den Kopf kurz hoch und schlenzte den Ball ins linke Eck. „Ich war überrascht, dass ich so viel Platz hatte. Als ich nach rechts blickte, sah ich dann, dass der Abwehrspieler relativ tief stand. Dann habe ich abgezogen“, erzählte er.

Es war der emotionale Höhepunkt eines Spiels, das der FCM zwar mit einem glücklichen, aber unter dem Strich verdienten Sieg beendete. Denn in der ersten Hälfte hätte der Club alles klarmachen können, hatte zahlreiche Chancen, die aber Christian Beck (7./19.), Sören Bertram (14.) und Tarek Chahed (22.) allesamt vergaben.

Bertram weiß zunächst nichts vom Tor

Nach gut einer halben Stunde war es dann Bertram, der sein Team doch noch erlöste. Kurios: Der Torschütze wusste zunächst gar nichts von seinem Glück. Nach einem öffnenden Pass von Thore Jacobsen flankte Dominik Ernst von rechts direkt weiter in die Mitte. Dort kam Bertram an den Ball, spitzelte ihn in Richtung Tor – wurde aber von Aspachs Julian Leist gefoult. Deshalb rannte Bertram wutentbrannt zu Schiedsrichter Florian Badstübner, forderte Strafstoß – und bekam gar nicht mit, dass der Ball im Tor war.

„Ich habe einen Kontakt von hinten gespürt, habe mich deshalb beschwert, warum ich keinen Elfmeter bekommen habe“, erzählt Bertram. „Tobias Müller kam dann auf mich zugelaufen, hat mir gesagt, dass der Ball im Tor war. Der Schiedsrichter sagte mir danach auch noch mal, dass er Elfmeter gegeben hätte, wenn das Tor nicht gefallen wäre.“

Schwache Phase nach dem Ausgleich

Doch dieser Treffer gab dem FCM keinesfalls die erhoffte Sicherheit. Schlimmer noch: Nach der Pause kassierte das Team durch Panagiotis Vlachodimos den Ausgleich (48.) – und war zwischenzeitlich von der Rolle. „An dem Gegentor hatten wir einige Minuten zu knabbern“, gab Bertram zu.

Von einem guten Spielaufbau war nicht mehr viel zu sehen. Was auch daran lag, dass Mittelfeldmotor Thore Jacobsen in der Halbzeit wegen eines Pferdekusses ausgewechselt werden musste. Umso mehr freute sich Trainer Krämer über den späten Sieg: „Solche Erfolge sind besonders wertvoll für die Moral“, meinte er. Denn: „Die Mannschaft hat gesehen, dass sie auch Spiele gewinnen kann, in denen es mal nicht so richtig gut läuft.“

Doch der Sieg in Großaspach war auch deshalb so wertvoll, weil der FCM nach dem 3:0 zuletzt gegen Unterhaching erstmals in dieser Saison zwei Dreier in Folge gefeiert hat. „Das gibt uns richtig Selbstvertrauen“, betonte Beck.

Zweiter Sieg in Folge und Bier als Belohnung

Dem Kapitän und seinen Mannschaftskollegen winkte auf der Rückfahrt dann übrigens noch eine Belohnung in Form eines Kaltgetränks. „Ein Bier ist vielleicht drin, aber da müssen wir uns erst die Freigabe vom Trainer holen“, sagte Beck zwar. Doch Krämer nahm die Vorlage dankend auf: „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich das ausnahmsweise mal erlaube.“

Als Sören Bertram davon erfuhr, sagte er mit einem vielsagenden Lächeln: „Der Trainer lässt sich bestimmt nicht lumpen, hat vielleicht sogar schon einen Kasten Bier in den Bus gestellt.“

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