Magdeburg l Eigentlich hat Morten Behrens bereits mehrfach nachgewiesen, wie wertvoll er für den 1. FC Magdeburg ist. Sollte es aber doch noch Zweifler gegeben haben, dann dürften diese spätestens seit dem 2:2 bei Eintracht Braunschweig überzeugt gewesen sein. Da hielt der Torhüter seine Mannschaft mit mehreren starken Paraden zunächst im Spiel und hatte dann in Unterzahl einen großen Anteil am Punktgewinn.

Viel Arbeit für FCM-Torwart

Diese Partie war für den 22-Jährigen etwas Besonderes. Ironischerweise bekam er nämlich in der Hinrunde gar nicht so häufig die Gelegenheit, sich richtig auszuzeichnen, auch mal eine Großchance des Gegners zu parieren. Grundsätzlich steht die Abwehr des FCM sehr gut. Doch gegen Braunschweig gelang Behrens genau das – gegen Nick Proschwitz und zweimal gegen Marcel Bär. „Ich konnte mich in Braunschweig nicht über zu wenig Arbeit beschweren“, sagte er und lachte. „Ansonsten gab es in der Hinrunde schon einige Partien, in denen ich nicht so viel zu tun hatte.“

Behrens ersetzt Brunst

Der 22-Jährige, der im Sommer vom Hamburger SV II kam, hat sich beim FCM toll entwickelt. Im Sommer verlor er zwar zunächst das Duell um den Platz zwischen den Pfosten mit Alexander Brunst. Nach dessen Blinddarm-Operation kam Behrens dann aber Mitte September beim 1:1 gegen den MSV Duisburg zum ersten Drittliga-Einsatz. In der Folge machte er seine Sache so gut, dass Ex-Trainer Stefan Krämer nach der Rückkehr von Brunst Anfang November auf einen Wechsel im Tor verzichtete – und Behrens damit zur neuen Nummer eins beförderte.

„Morten hat es in den sieben Spielen richtig gut gemacht“, begründete Krämer damals. „Aktuell sehe ich deshalb keinen Grund, einen Wechsel im Tor vorzunehmen.“

Behrens hat die besten Noten

In zwölf Spielen kassierte Behrens 13 Gegentreffer, hielt seinen Kasten dreimal sauber. Im Fachmagazin „Kicker“ ist er mit einem Notendurchschnitt von 2,92 bester Magdeburger und zudem der einzige FCM-Spieler, der eine Zwei vor dem Komma hat. Es folgen Tobias Müller (3,16) und Sören Bertram (3,18), Alexander Brunst ist immerhin Fünfter.

Besonders seine Ruhe am Ball und seine technischen Stärken kommen der Mannschaft zugute. Behrens wird häufig ins Spiel eingebunden, ist in der Defensive erste Anspielstation. Er schlägt den Ball nur selten planlos nach vorne, spielt den Ball stattdessen lieber flach zum nahestehenden Abwehrspieler. Auch lässt er sich eigentlich nie von einem heranstürmenden Gegner aus der Ruhe bringen, spielt diesen manchmal sogar mit einem Haken aus.

Keine Torwartdebatte beim FCM

Klar ist: Die fast traditionelle Torwartdiskussion, die es in der Sommer- und Winterpause zuletzt fast immer beim FCM gegeben hat, könnte sich diesmal erübrigt haben. Behrens‘ Vertrag läuft bis Sommer 2021 – nach zahlreichen Torwartwechseln in den vergangenen drei Jahren hat der FCM wieder einen echten Rückhalt, eine klare Nummer eins.

Daran dürfte auch der Trainerwechsel vermutlich kaum etwas ändern. Auch der neue Coach Claus-Dieter Wollitz wird die Stärken von Behrens zu schätzen wissen. Und der Stammkeeper strotzt ohnehin vor Selbstvertrauen: „Ich glaube, dass ich meine Sache gut gemacht habe. Deshalb sehe ich keinen Grund, warum ich aus dem Tor genommen werden sollte.“

Durch seine Leistung in Braunschweig untermauerte er das eindrucksvoll.