Magdeburg l Lange vor dem Training war Mergim Berisha am Freitag bereits an der MDCC-Arena. Er ging auf und ab, telefonierte. Der Aktionismus war begründet, es ging um seine Zukunft.

Nach Volksstimme-Informationen steht fest: Eine Zukunft beim FCM wird es für Berisha nicht mehr geben. Der Leihvertrag des Stürmers, der eigentlich noch bis zum Saisonende lief, wurde aufgelöst. Der 20-Jährige war gestern zwar noch beim Training, wird aber am Sonnabend beim FC St. Pauli bereits nicht mehr im Kader sein. Der Verein bestätigte das am Freitagnachmittag.

Ein Missverständnis

Berisha und der FCM – es war am Ende ein Missverständnis: Der Club hatte hohe Erwartungen in Berisha. Dieser kam schließlich von RB Salzburg, hatte mit einem Marktwert von 750.000 Euro den Bestwert im FCM-Kader vorzuweisen. Doch Berisha ließ zu selten Taten folgen. Bei Ex-Trainer Jens Härtel und auch dessen Nachfolger Michael Oenning kam er kaum zum Zug.

Härtel sagte einmal über Berisha: „Es gibt Trainingstage, an denen Mergim so gut ist, dass er eigentlich in die Startelf gehört. Dann wiederum gibt es Tage, an denen es nicht mal für den Kader reicht.“

Die Bilanz ist mit nur vier Zweitliga-Kurzeinsätzen (13 Minuten) und einem Spiel im DFB-Pokal (9 Minuten) folgerichtig extrem dünn.

Auch unter Oenning nicht im Kader

Die Spieltage ohne Kaderplatz wurden auch unter Oenning nicht weniger. Berisha fand sich in Magdeburg nie so richtig zurecht. Problematisch war auch, dass er als Stürmertyp dem gesetzten Kapitän Christian Beck zu ähnlich ist. Beck und Berisha zusammen auf dem Platz – das schien fast ausgeschlossen zu sein. Oenning bevorzugt momentan den schnellen und wendigen Felix Lohkemper neben Beck.

Für den FCM wiederholt sich damit eine kuriose Geschichte: Schon in der Vorsaison gab es mit Andreas Ludwig einen vermeintlichen Königstransfer, der nicht zurechtkam und den Verein nach einem Jahr frustriert wieder verließ.

Dabei war Ludwig bundesligaerfahren, kam aus der holländischen Ersten Liga vom FC Utrecht und hatte zum Zeitpunkt der Verpflichtung den Top-Marktwert der 3. Liga. Der Mittelfeldspieler setzte sich aber wie jetzt Berisha nie durch und verletzte sich zu allem Überfluss am Ende der Saison noch schwer. Nach einem unglücklichen Jahr wechselte Ludwig nach Hoffenheim – allerdings zur 2. Mannschaft.

Neue Chance für Berisha und den FCM

Mit dem vorzeitigen Ende des Leihvertrages von Berisha ergeben sich jetzt für beide Seiten neue Möglichkeiten: Berisha kann bei einem anderen Verein, vermutlich in Österreich, wieder Spielpraxis sammeln und seine Chance suchen. Der FCM wiederum hat Platz im Kader für einen neuen Stürmer, der in den kommenden Wochen verpflichtet werden soll. Und der möglichst häufiger und auch erfolgreicher als der glücklose Berisha auf dem Rasen steht.

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