Magdeburg l Dustin Bomheuer hat mit sozialen Netzwerken nichts am Hut. Damit hebt sich der neue Innenverteidiger des 1. FC Magdeburg von vielen seiner Mannschaftskollegen ab, die diesem Hobby regelmäßig mit großer Leidenschaft nachgehen. Der Neuzugang vom MSV Duisburg hat bei Instagram zwar ein Nutzerkonto, aktiv war er dort aber zuletzt im August 2015. Auch bei Facebook hält er sich zurück. Der Grund: „Ich mag das persönliche Gespräch – ob mit Teamkollegen oder Fans. Die Fans wissen ja, dass ich fast jeden Tag auf dem Trainingsplatz bin. Dort können sie mich direkt ansprechen.“

Keine Lust auf soziale Medien

Mit der Einstellung zu sozialen Medien unterscheidet sich Bomheuer damit ziemlich extrem von seinem Vorgänger in der FCM-Innenverteidigung, Dennis Erdmann. Dieser spielte schließlich nur zu gerne öffentlich mit seinem Image als Bad Boy auf dem Rasen und garnierte sein Auftreten mit flotten Sprüchen.

Diese Form der Außendarstellung ist hingegen Bomheuer fremd. Mehr noch: Er ist ein Anti-Erdmann. Auch auf dem Rasen ist der 28-Jährige nämlich ein ruhiger Vertreter. Während Erdmann in den vergangenen drei Jahren 35 Gelbe Karten kassierte, wurde Bomheuer nur 13-mal verwarnt.

Gutes Duo mit Müller

Hier ähnelt er vielmehr seinem neuen Kollegen in der Innenverteidigung, Tobias Müller (sechs Gelbe Karten in drei Jahren). Passenderweise haben beide in kürzester Zeit zueinander gefunden. „Wir ergänzen uns sehr gut und verstehen uns auch neben dem Platz“, betont Bomheuer.

Beim FCM könnte es ein Duo mit Zukunft sein. Beide waren in der vergangenen Saison in der 2. Bundesliga Stützen ihrer Teams. Beide stehen für Ruhe am Ball und einen gepflegten Spielaufbau – Attribute, die beim FCM gefragt sind.

Aufgewachsen in Recklinghausen

Mit dem Wechsel nach Magdeburg betritt Bomheuer allerdings Neuland. Geboren wurde der Verteidiger in Recklinghausen. Über den Nachwuchs der SG Wattenscheid 09 kam er dort 2009 in die Männermannschaft. Ein Jahr später ging es zum ersten Mal nach Duisburg. Über die 2. Mannschaft kämpfte sich Bomheuer zu den Profis und empfahl sich für höhere Aufgaben, sprich einen Wechsel von 2013 bis 2015 zu Fortuna Düsseldorf.

Nicht von ungefähr kommen deshalb beachtliche 116 Zweitligapartien, alle im Trikot von Düsseldorf und Duisburg. Für den MSV trug er ein zweites Mal von 2015 bis zum Ende der vergangenen Saison das Trikot.

Doch warum hat sich Bomheuer ausgerechnet für den FCM entschieden? Schließlich hätte er auch mit dem MSV Duisburg in die 3. Liga gehen können, hätte bei seiner Familie bleiben können.

Bomheuer wollte etwas Neues

So paradox es klingt, aber genau deshalb wechselte Bomheuer. „Ich war bisher immer in meinem gewohnten Umfeld, war nie weiter von zu Hause weg. Ich bin immer in meiner Geburts stadt geblieben, bin nach Düsseldorf und Duisburg gependelt“, sagt er. „Ich wollte einfach mal einen Neuanfang, eine neue Herausforderung. Es war für mich eine wichtige Entscheidung für meine weitere Karriere.“

In Magdeburg will Bomheuer nicht nur sportlich den Schritt zurück in die 2. Bundesliga schaffen, sondern sich auch als Mensch weiterentwickeln. „Hier passt das Gesamtpaket. Die Gespräche mit Geschäftsführer Mario Kallnik, Sportchef Maik Franz und Trainer Stefan Krämer waren sehr gut“, erzählt er.

Allerdings war für Bomheuer dann doch nicht alles neu. Timo Perthel und Jürgen Gjasula kennt er bereits aus gemeinsamen Duisburger Tagen. „Deshalb war es für mich auch recht einfach, in die Mannschaft zu kommen“, sagt er.

Reinkommen möchte der 1,93-Meter-Schlaks auch in die Stammelf, er will möglichst oft mithelfen, damit der Club in der kommenden Saison möglichst erfolgreich ist. Dann wird es auch gegen Vorgänger Dennis Erdmann gehen, der zum Liga-Konkurrenten 1860 München gewechselt ist. Es könnte ein spannendes Treffen werden.

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